Irak: Agent wegen Najaf-Kämpfen entführt

Als Reaktion auf die Gefechte zwischen US-Truppen und Anhängern des radikalen Predigers al Sadr in Najaf haben Extremisten offenbar einen irakischen Geheimdienstoffizier entführt. Der Name wurde mit Osama Abdul Jabbar angegeben.

Der arabische Fernsehsender Al Jazeera strahlte am Dienstag ein Video aus, auf dem ein Mann zwischen zwei Maskierten zu sehen war. Dem Sender zufolge bezeichneten sich die Vermummten als „Die Brigaden zur Verteidigung der Heiligen Stätten“.

Zwar hatte die Aufnahme keinen Ton, Al Jazeera berichtete jedoch, einer der Maskierten habe eine Erklärung verlesen, in der sie die Entführung des Mannes als Reaktion auf die Kämpfe in der den Schiiten heiligen Stadt bezeichnen. Der Name des Entführten wurde mit Osama Abdul Jabbar angegeben.

Hunderte Iraker sind in den vergangenen Tagen bei den Gefechten in Najaf getötet worden. Am Montag brachen im Zentrum der etwa 160 Kilometer südlich von Bagdad gelegenen Stadt erneut heftige Gefechte aus, berichteten Augenzeugen. Am Sonntag war eine zweitägige Waffenruhe zusammengebrochen, nachdem Gespräche über eine Beilegung des Konflikts gescheitert waren. An der Seite der US-Armee kämpfen auch irakische Sicherheitskräfte.

Der in Bagdad tagende Nationalkongress will am Dienstag eine Delegation nach Najaf entsenden, um Al Sadr zur Beendigung der Kämpfe zu bewegen. Delegierten erklärten, ihm solle ein Brief übergeben werden, in dem er zum Verlassen der Imam-Ali-Moschee und zur Umwandlung seiner Mahdi-Milizen in eine politische Partei aufgefordert wird. Bisher hat der radikale Schiiten-Prediger allerdings kaum Kompromissbereitschaft signalisiert und angekündigt, wenn nötig bis zu seinem Tod zu kämpfen. Er fordert einen Rückzug der US-Truppen aus der Stadt und Straferlass für seine Kämpfer.

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