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Irak: 35 Tote bei Explosion

Nach Angaben von Augenzeugen töteten US-Soldaten vier Iraker - am Samstag forderte eine Explosion in einem Munitionsdepot 35 Tote.

US-Soldaten haben bei einem Kontrollpunkt in Falluja nach Angaben von Augenzeugen vier Iraker getötet. Die Truppen hätten am Freitagabend auf zwei Fahrzeuge geschossen, hieß es. Dabei seien auch mindestens fünf Menschen verletzt worden. Die US-Streitkräfte sprachen von zwei Todesopfern. Auf einen Hotelkomplex in Bagdad, den die US-Besatzungstruppen nutzen, wurden am Samstag drei Raketen oder Granaten abgefeuert. Bei der Explosion eines Munitionsdepots wurden laut einem Zeitungsbericht vom Samstag 35 Iraker getötet und weitere verletzt.

Dutzende von Irakern hätten am Freitag im Vorort der Stadt Wasit, rund 130 Kilometer südlich von Bagdad, Bestände der aufgelösten Armee plündern wollen, berichtete die Zeitung „Al Sabah“. Durch Brände sei es dann zu dem Unglück gekommen. Ähnliche Unfälle hatte es in den Monaten seit dem Einmarsch der US-Armee in den Irak bereits mehrfach gegeben.

Einer der in Falluja Verletzten, der 17-jährige Haidar Jamil, sagte, sein Vater, seine Mutter und seine Großmutter seien ums Leben gekommen. Die Familie sei gemeinsam in einem Auto auf den Kontrollposten zugefahren. Die Soldaten hätten das Feuer auf ein Motorrad eröffnet, das vor ihnen gefahren sei. Der Motorradfahrer wurde getötet, Jamils eineinhalbjährige Schwester blieb unverletzt. Die US-Streitkräfte in Bagdad erklärten, die Soldaten hätten an einem Kontrollpunkt auf ein Fahrzeug geschossen. Oberstleutnant George Krivo sagte, aus dem Wagen sei auf die Truppen gefeuert worden.

Ebenfalls in Falluja wurde eine zehn Kilogramm schwere Bombe an der Wand des Büros von Bürgermeister Taha Bedawi entdeckt. Das Büro wurde evakuiert, während US-Soldaten Sprengstoffexperten zur Hilfe riefen. Falluja liegt im so genannten sunnitischen Dreieck, wo die Spannungen zwischen Irakern und den amerikanischen Besatzungstruppen am größten sind. In den letzten Wochen ist es dort häufig zu blutigen Auseinandersetzungen gekommen.

Die Geschosse auf das Hotel El Rashid in Bagdad richteten kleinere Sachschäden an, wie US-Militärsprecher James Smith mitteilte. Verletzte gebe es nicht. Die Raketen seien gegen 06.30 Uhr am Morgen eingeschlagen. In dem Hotelkomplex unterhält die US-Armee ihr Pressebüro sowie weitere Verwaltungseinrichtungen. Zudem sind dort Militär- und Zivilbeamte untergebracht. Nach Augenzeugenberichten kamen die Geschosse aus einer Wohngegend westlich des Hotels. Ein viertes Projektil wurde in der Wand eines einstöckigen Wohnhauses entdeckt. Anrainer erklärten, sie hätten die Angreifer beobachtet, bevor diese geflohen seien. Das Gebiet wurde umgehend abgesperrt.

Nach Angaben des amerikanischen Zivilverwalters im Irak, Paul Bremer, hält die Besatzungsmacht im Irak 19 mutmaßliche Kämpfer der Terrororganisation El Kaida fest. Insgesamt befänden sich 248 als Terroristen verdächtige Ausländer im Irak in US-Gewahrsam, teilte er am Freitag (Ortszeit) mit. „Wir haben ganz gewiss in den vergangenen zwei Monaten einen wachsenden Zustrom ausländischer Terroristen, darunter Mitglieder der El Kaida, gesehen“, sagte Bremer vor Journalisten in Washington. Wenn der Wiederaufbau nicht gelinge, bestehe die Wahrscheinlichkeit, „dass der Irak auf Grund von andauernder Instabilität und Armut eine Art Brutstätte für Terrorismus wird, wie wir es in anderen Ländern in den vergangenen 20 Jahren gesehen haben.“

Der Präsident des Verwaltungsrats, Ahmad Chalabi, forderte am Samstag einen Abzug der Besatzungstruppen aus dem Land. Eine internationale Truppe könne den Irak vor äußeren Gefahren beschützen. Die Stationierung einer von der UNO autorisierten Truppe „würde das Ende der Besatzung bedeuten“, sagte Chalabi. Amerikanische Regierungsvertreter hätten ihm bereits versichert, dass die USA ihre Truppen möglicherweise schon 2004 abziehen wollten.

Die US-Streitkräfte überließen erstmals einen Grenzabschnitt vollständig der Kontrolle der irakischen Sicherheitskräfte. Der 336 Kilometer lange Abschnitt der Grenze zum Iran wird künftig von mehr als 1.000 Grenzpolizisten überwacht, die von den USA ausgebildet wurden. Die US-Truppen haben nur noch beratende Funktion.

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