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Irak: 28 Tote bei Anschlägen

Bei zwei Autobombenanschlägen in der irakischen Hauptstadt Bagdad sind am Mittwoch mindestens 28 Menschen ums Leben gekommen und 70 weitere verletzt worden.

Mindestens 20 Menschen starben, als ein in einem Fahrzeug platzierter Sprengsatz vor dem Sitz der Kfz-Zulassungsbehörde detonierte, wie das Innenministerium in Bagdad mitteilte. Unter den Toten seien fünf Polizisten. Mindestens 50 Menschen wurden laut dem Ministeriumssprecher Hamed Khalaf bei dem Anschlag verletzt.

Zum Zeitpunkt des Angriffs befand sich eine große Menschenmenge am Eingang der Zulassungsstelle. Wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP berichtete, explodierte die Autobombe auf einem als Parkplatz dienenden Grundstück neben dem Verwaltungsgebäude. Mehrere Autos gerieten in Brand, darunter Polizeiautos.

Zwei Stunden später explodierte beim Vorbeifahren einer Polizeipatrouille im Südosten Bagdads ein mit Sprengstoff beladenes Auto, das am Straßenrand abgestellt war. Sicherheitskräften zufolge starben mindestens acht Menschen, darunter drei Polizisten, 19 weitere Personen wurden verletzt.

In der Nähe eines Rekrutierungszentrums der irakischen Armee auf dem ehemaligen Flughafen Muthanna im Zentrum Bagdads kam am Mittwoch ein Polizist bei der Explosion einer Mörsergranate ums Leben. Zwei US-Soldaten wurden bei Gefechten in der Nähe von Bagdad und in der westirakischen Provinz Anbar getötet.

Zudem wurden in der Umgebung von Bagdad nach Polizeiangaben binnen 24 Stunden die von Kugeln durchlöcherten Leichen von 64 Menschen gefunden. Ministeriumssprecher Khalaf sagte, einige der Menschen seien aus religiösen Gründen getötet worden; andere seien Opfer von Verbrechen gewesen.

Die Opfer waren den Angaben zufolge zumeist gefesselt und durch Kopfschüsse getötet worden. Die Folterspuren seien ein Hinweis, dass sie Opfer religiös motivierter Gewalt geworden seien. Es habe allerdings schon Tage gegeben, an denen noch mehr Leichen gefunden worden seien. „Manchmal brachten wir 65 und sogar 100 Tote in die Leichenhalle“, sagte ein Vertreter des Innenministeriums.

Nach Einschätzung der USA und der irakischen Regierung geht die größte Gefahr für das Land nicht mehr von Anhängern des gestürzten Machthabers Saddam Hussein, sondern von Auseinandersetzungen zwischen Sunniten und Schiiten aus. Die Vereinten Nationen schätzten vor zwei Monaten, dass jeden Tag etwa 100 Iraker Opfer des „schmutzigen Kriegs“ zwischen Sunniten und Schiiten würden. Irakische und US-Truppen gehen seit einem Monat verstärkt gegen die Gewalt vor. US-Kommandanten verweisen inzwischen darauf, dass die stärkere Truppenpräsenz die „Mordrate“ im August um 40 Prozent gesenkt habe. Die Zahl enthält allerdings nicht die Opfer etwa von Bombenanschlägen.

Bestätigt wurde am Mittwoch der Tod eines weiteren US-Soldaten, der bei Auseinandersetzungen mit Al-Kaida-Kämpfern und anderen sunnitischen Aufständischen in der Provinz Anbar ums Leben gekommen war. Der Kommandant der in der Wüsten-Provinz eingesetzten Marineinfanteristen, Generalmajor Richard Zilmer, hatte am Dienstag einen Pressebericht zurückgewiesen, dem zufolge sein eigener Abwehrchef die Region für verloren erklärt hat. Die Befriedung des Gebiets sei aber Aufgabe der irakischen Regierung und ihrer erstarkenden Sicherheitskräfte. Anbar bedeckt ein Drittel des irakischen Staatsgebiets und gilt als Hochburg sunnitischer Rebellen.

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