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InterSky auf Expansionskurs

Die Vorarlberger Low-Fare-Airline InterSky (Bregenz) hat im Zuge ihrer Expansion eine ungewöhnliche Finanzierungsvariante für den Zukauf weiterer Flieger gewählt.

Über eine geschlossene Fondsbeteiligung können sich in Österreich erstmals Anleger an zwei Flugzeugen mit je 50 Sitzplätzen beteiligen, das Geschäft wird über die Sachwert Invest abgewickelt, hieß es am Donnerstag bei einem Pressegespräch.

In Deutschland seien Flugzeugfinanzierungen durch Privatanleger durchaus üblich, allerdings vor allem von großen Flugzeugen, berichteten Sachwert Invest Fondsmanagement-Geschäftsführer Michael Kuenberg und InterSky-Chef Jörg Schwingeler. 70 Prozent der international eingesetzten Flugzeuge befänden sich im Eigentum von privaten Anlegern und würden von Fluggesellschaften angemietet. Die Flugzeugbeteiligung für InterSky sei hingegen die erste dieser Art in Österreich, das Volumen des Investments beläuft sich in Summe auf 14,3 Mio. Euro.

Insgesamt 286 Anleger können sich dabei an zwei Flugzeugen des Typs Dash 8-300 des kanadischen Herstellers Bombardier beteiligen, für die zwischen InterSky und einer eigens dafür gegründeten Kommanditgesellschaft der Sachwert Invest ein Leasingvertrag für 10 Jahre abgeschlossen wurde. Die Platzierung des Fonds im EU-Raum und der Schweiz erfolgt im März 2006, der Mindesteinsatz beträgt 50.000 Euro. 15.000 Euro davon entfallen auf Eigenmittel, der Rest wird über eine noch auszuwählende Bank fremdfinanziert. Man spreche derzeit mit vier Banken, darunter der Bawag, binnen zwei Wochen soll eine davon als Partnerbank ausgewählt werden, sagte Kuenberg. Die Nettorendite über 10 Jahre betrage nach Steuern 7,85 Prozent, das Agio liege bei 6 Prozent bzw. 900 Euro.

Zielgruppe seien Anleger mit einer 50-prozentigen Progression sowie InterSky-Mitarbeiter, für die der Agio entfalle. Man rechne damit, dass der Großteil der Interessenten aus Vorarlberg bzw. der Bodenseeregion kommen werde, so Kuenberg. Die InterSky sei auch das Tor für die Vorarlberger Industrie in die Welt, die Finanzierung sei daher auch für Voralberger Geschäftsleute interessant.

Die Anleger beteiligen sich dabei nicht am operativen Geschäft der InterSky, sondern an einer Sachwertegesellschaft bzw. an den Fliegern selbst. Die Wiederverwertbarkeit der international stark nachgefragten Maschinen sei hoch, die Flugzeuge seien versichert, daher sei das Risiko gering, sagte Kuenberg. Die Mieteinnahmen seien wertgesichert und garantiert, in 10 Jahren soll sich das Investment von 15.900 auf 31.829 Euro verdoppeln. Das entspricht einer Bruttorendite von mehr als 15 Prozent im Jahr. Bei einer Mindestbeteiligung fallen auf Grund von Verlustvorträgen keine Steuern an, da es erst im 10. Jahr Gewinne gebe.

Die weitere Entwicklung der InterSky sei nicht mehr aus der Portokasse finanzierbar, daher habe man diesen neuen Finanzierungsweg gewählt, berichtete die frühere InterSky-Geschäftsführerin Renate Moser, die nun als als Senior Executive Officer tätig ist. Die beiden Flieger werden im Dezember 2005 bzw. Ende Februar 2006 geliefert. Damit wird die Airline, die derzeit mit zwei Flugzeugen fliegt und eines davon an die Augsburger Airways zurückgeben wird, künftig über drei Flieger verfügen.

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