Internationale Pressestimmen zur Eröffnung der Winterspiele in Sotschi

Internationale Pressestimmen zur Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Sotschi am Freitagabend:

RUSSLAND:

“Kommersant”: “Olympia ist für Russland der wichtigste Test dafür, ob das Land zur Organisation solcher Großereignisse fähig ist. Kritiker sagen, dass Olympia das teuerste Spielzeug sei, das je erfunden wurde. Eine sportliche Bilanz der Spiele in Sotschi wird man schon in zwei Wochen ziehen können. Bis zu einer Gesamtbilanz wird es länger dauern – dann, wenn sicher ist, dass die Stadien nicht bloß Denkmäler eines vergangenen Karnevals sind, sondern genutzt werden.”

“Sowjetski Sport”: “Es war die richtige Idee, die russische Geschichte zu zeigen, auch die Musik war gut gewählt. Natürlich wird es immer welche geben, die meckern. So waren wohl nicht alle mit der Wahl der letzten Fackelträger zufrieden. Unglücklich dürften sicher die russischen Fernsehzuschauer sein, die sich über Werbeblocks ärgerten. Dass deswegen einige Sportler bei ihrem Einmarsch ins Stadion nicht zu sehen waren, war eine Respektlosigkeit.”

“Sport Express”: “Jahrelang hüteten die Organisatoren der Feier die Details wie Geheimnisse in einer abgeschlossenen Schatztruhe auf dem Speicher. Nun wurde das Puzzle zusammengesetzt. Anna Netrebko sang die olympische Hymne – welch ein Glück, dass wir sie haben. Die verletzte Bobfahrerin Irina Skworzowa saß neben Präsident Wladimir Putin – ein menschlicher Augenblick. Als sich der fünfte olympische Ring nicht öffnete, war das nicht demütigend. Die Spiele, auf die wir so lange warteten, haben begonnen. Unsere. Winter. Märchen.”

USA:

“New York Times”: “Nach siebenjähriger Vorbereitung auf diesen Moment war die Nachricht dieser übertriebenen Eröffnung schlicht: Auf eine große Art und Weise ist Russland wieder da – als wenn es keine Zweifel gäbe.”

“Washington Post”: “Der Gegensatz war eklatant: Vor einer Woche sang ein amerikanischer Klassik-Star die amerikanische Nationalhymne beim Super Bowl. Renee Flemming bot eine leicht pop-gefärbte Version. Der Eröffnungsfeier der Sotschi-Spiele mangelte es nicht an Spektakel und Glitzer, aber bei der russischen Nationalhymne waren die Organisatoren gradlinig. Die Hymne wurde vom Sretensky-Kloster-Chor gesungen. Erster Medaillenspiegel: Eine für Russland für eine kreative Eröffnung, eine für die USA für die Hymne.”

GROSSBRITANNIEN:

“Daily Telegraph”: “Liebesgrüße aus Russland – Schwanensee, Krieg und Frieden, die Russische Revolution – Wladimir Putin brauchte niemandem zu Show zu stehlen: Diese teuerste olympische Show, die die Welt je gesehen hat, war seine Show.”

“The Guardian”: “Indem er 600 Millionen Dollar für ein Stadion ausgab, das nur für die Eröffnungs- und Schlussfeiern genutzt wird, lässt Putin die Probleme um die Nachnutzung des Londoner Olympiastadions wie eine meisterhafte Planung eines Olympia-Nachlasses aussehen.”

“Independent”: “Die Eröffnungszeremonie der Winterspiele 2014 war verwirrend und spektakulär in gleichem Maße. (…) Es war nicht immer leicht, zu folgen.”

SCHWEIZ:

“Neue Zürcher Zeitung”: “Die Olympia-Gastgeber präsentieren sich zur Eröffnung der Spiele als ein geschichtsträchtiges, geeintes und zukunftsorientiertes Volk. Freilich bleibt am ersten festlichen Höhepunkt in Sotschi viel ausgespart. (…) Krisen der Geschichte, erfahrenes Leid der Bevölkerung, bedrängte Minderheiten – das blieb unerwähnt.”

SPANIEN:

“El Mundo”: “Eine Zurschaustellung von Macht. Die Eröffnungsfeier hat dem Ziel von Wladimir Putin gedient, der Welt die Größe von ‘Mutter Russland’ vorzuführen.”

“El Pais”: “Sotschi preist den russischen Stolz. Bei einer sehr patriotischen Eröffnungszeremonie war Präsident Wladimir Putin das Ziel nur weniger Pfiffe.”

“Sport”: “Der Traum von Sotschi hat begonnen. Brillante Eröffnung des olympischen Treffens in Russland.”

“El Mundo Deportivo”: “Brillante Eröffnungsfeier!”

“AS”: “Die teuersten Olympischen Spiele der Geschichte haben begonnen.”

NIEDERLANDE:

“De Volkskrant”: “Nicht Putin, IOC-Chef stiehlt Eröffnungsshow. Die Rede von Thomas Bach war ein deutliches Statement, wie es lange nicht in leitenden Sportkreisen zu hören war. Thomas Bach hat der olympischen Bewegung wieder eine Stimme gegeben.”

“De Telegraaf”: “Es war nicht die große ‘Wladimir-Putin-Show’. Alle Aufmerksamkeit richtete sich auf die Sportler. (…) Das, was einer der Höhepunkte der Show sein musste (die Entfaltung der Ringe, die Red.), gefolgt vom Feuerwerk und dem Einzug von Putin auf der Ehrentribüne, wurde ein peinlicher Moment.”

(APA)

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