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Internationale Politiker reagieren auf Trump-Sieg

Angela Merkel hat Trump eine enge Zusammenarbeit angeboten.
Angela Merkel hat Trump eine enge Zusammenarbeit angeboten. ©APA/AFP
Die Wahl Donald Trumps zum künftigen US-Präsidenten hat international ein vielfältiges Echo ausgelöst. Einige Reaktionen:

Deutschland: Merkel will Zusammenarbeit, AFD jubelt

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel macht die Achtung demokratischer Grundwerte zur Bedingung für die Zusammenarbeit mit dem künftigen US-Präsidenten Donald Trump.

“Deutschland und Amerika sind durch Werte verbunden: Demokratie, Freiheit, den Respekt vor dem Recht und der Würde des Menschen, unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung oder politischer Einstellung. Auf der Basis dieser Werte biete ich dem künftigen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Donald Trump, eine enge Zusammenarbeit an.”

Sie gratulierte dem Wahlsieger Donald Trump und betont welche Verantwortung dieser die nächsten vier Jahre zu tragen hat. “Wer dieses große Land regiert, mit seiner gewaltigen wirtschaftlichen Stärke, seinem militärischen Potenzial, seiner kulturellen Prägekraft, der trägt Verantwortung, die beinahe überall auf der Welt zu spüren ist. Die Amerikanerinnen und Amerikaner haben entschieden, dass diese Verantwortung in den nächsten vier Jahren Donald Trump tragen soll.”

SPD-Chef Sigmar Gabriel forderte einen Kurswechsel in Deutschland und Europa, um Populisten das Wasser abzugraben. “Trump ist auch eine Warnung an uns”, sagte der Vizekanzler den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hofft, dass es “nicht zu größeren Verwerfungen in der internationalen Politik” kommt.

Der Jubel bei der rechtspopulistischen AfD kannte nach dem Wahlsieg Trumps keine Grenzen. “Dieses Wahlergebnis macht Mut für Deutschland und Europa, denn Trump hat tatsächlich die Karten zur politischen Zeitenwende in der Hand”, sagte die Parteivorsitzende Frauke Petry.

EU: Tusk und Juncker wollen Gipfeltreffen mit Trump

EU-Ratspräsident Donald Tusk und EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker wollen möglichst bald ein Gipfeltreffen mit dem künftigen US-Präsidenten Donald Trump organisieren. In einem Glückwunschschreiben an den Republikaner luden sie diesen ein, dazu nach Europa zu kommen. “In diesen Tagen ist es wichtiger denn je, die transatlantischen Beziehungen zu stärken”, schreiben sie mit Blick auf den Klimawandel, den Kampf gegen den Terror und die Flüchtlings- und Ukraine-Krise.

Nato: “Für US-Führung von großer Bedeutung”

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg rief den künftigen US-Präsidenten Trump auf, das Engagement der Vereinigten Staaten im Bündnis nicht zu reduzieren. “US-Führung ist nach wie vor von großer Bedeutung”, betonte Stoltenberg in einer Glückwunschbotschaft an den Republikaner. “Eine starke Nato ist gut für die Vereinigten Staaten und gut für Europa.” Trump hatte sich in seinem Wahlkampf wiederholt kritisch zur Nato geäußert und unter anderem gefragt, warum immer die USA die Führungsrolle übernehmen müssten.

Russland: Putin gratuliert

Als einer der ersten Staatschefs weltweit hat Russlands Präsident Wladimir Putin dem US-Wahlsieger Donald Trump gratuliert. Er hoffe, dass es ihnen gemeinsam gelingen werde, die russisch-amerikanischen Beziehungen aus der Krise zu holen, schrieb Putin am Mittwoch in einem Telegramm. Die Beziehungen zwischen den USA und Russland sind derzeit äußerst gespannt. Putin hatte sich während des US-Wahlkampfs lobend über Trump geäußert. Dieser hat bessere Beziehungen zu Moskau angekündigt.

Nahost-Konflikt: Abbas hofft auf Zwei-Staaten-Lösung mit Trump

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hofft, dass auch der künftige US-Präsident Donald Trump auf eine Zwei-Staaten-Lösung im Nahost-Konflikt hinarbeiten wird. “Die US-Regierung sollte verstehen, dass Stabilität und Frieden in der Region dadurch erreicht werden, dass eine gerechte Lösung für die palästinensische Sache gefunden wird”, sagte Abbas’ Sprecher Nabil Abu Rudeineh am Mittwoch.

Israels rechts-religiöser Erziehungsminister sieht die Idee eines unabhängigen Palästinenserstaates mit Donald Trump an der Spitze der USA am Ende. “Die Ära eines palästinensischen Staates ist vorbei”, teilte Naftali Bennett am Mittwoch mit.

Iran: IS als gemeinsamer Feind

Der Iran will Trump an Taten und nicht an Worten messen. “Wichtiger als die Wahlkampfrhetorik des Kandidaten (Trump) im Wahlkampf ist für uns das Ergebnis seiner Politik”, sagte Außenamtssprecher Bahram Ghassemi laut der Nachrichtenagentur ISNA. Die Terrormiliz IS als gemeinsamer Feind und die jüngsten Entwicklungen in Nahost machten eine Revision der US-Politik gegenüber dem Iran auch für den neuen Präsidenten nötig.

Türkei fordert Güllen-Auslieferung

Die Türkei fordert nach dem Sieg des Republikaners Donald Trump bei den Präsidentschaftswahlen in den USA die Auslieferung des Predigers Fethullah Gülen. “Ich appelliere von hier aus offen an den neuen Präsidenten, den auf dem Boden der Vereinigten Staaten von Amerika lebenden Fethullah Gülen, umgehend an unser Land auszuliefern”, sagte Ministerpräsident Binali Yildirim. Die Türkei macht Gülen für den Putschversuch vom 15. Juli verantwortlich.

Briten wollen Partner bleiben

Großbritannien und die USA würden starke und enge Partner bleiben, meinte Premierministerin Theresa May. Sie hoffe, so rasch wie möglich mit Trump über die “besonderen Beziehungen” zwischen beiden Ländern sprechen zu können, hieß es in einer Erklärung. Man habe gemeinsame Werte wie Freiheit, Demokratie und freies Unternehmertum. “Wir sind starke und enge Partner im Handel, in der Sicherheit und in der Verteidigung und werden es bleiben.”

Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi gratulierte Trump zum Wahlsieg und setzt auf stabile Beziehungen mit den USA. “Es ist eine neue politische Tatsache, die zusammen mit anderen zeigt, dass wir in einer neuen Ära sind”, sagte Renzi bei einer Veranstaltung in Rom.

Spaniens Außenminister Alfonso Dastis ist davon überzeugt, dass sich Donald Trump als US-Präsident gemäßigter als in den vergangenen Wochen präsentieren wird. “Trump hat im Wahlkampf viele Sachen gesagt, die er als Regierungschef nicht sagen wird”, erklärte Dastis in einem Radiointerview. Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy sagte: “Wir werden weiter arbeiten, um unsere Beziehungen zu den USA, einem unverzichtbaren Partner, zu stärken.”

(dpa)

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