Inspektor Columbo wird 80

Peter Falk alias Inspektor Columbo, der eigentlich Geheimagent werden wollte, wird am nächsten Sonntag 80 Jahre alt.

Weil der US-Spionagedienst CIA seine Bewerbung abgelehnt hatte, machte Falk als Inspektor Columbo von der Mordkommission in Los Angeles Karriere – und wurde so populär, wie er selbst als Präsident der Vereinigten Staaten nicht unbedingt geworden wäre. Rund um die Welt kennt praktisch jeder Fernsehzuschauer den schusseligen, unkonzentrierten Inspektor, der im schäbigen Trenchcoat, die kalte Zigarre im Mund, auch die kniffligsten Fälle scheinbar wie nebenbei löst. Schon fast zur Tür hinaus, wendet er sich nochmal um und sagt:
„Ich hätte da noch eine Frage…“ oder auch: „Da wäre noch eine Kleinigkeit…“ Peter Falk wird übrigens am nächsten Sonntag (16. September) 80.

69 Fälle hat der ungekrönte König der TV-Detektive seit 1968 gelöst und insgesamt vier „Emmys“ als bester Fernsehdarsteller eingeheimst. Dabei sollte es ursprünglich zunächst nur einen Film geben. Doch der Erfolg von „Lösegeld für einen Toten“ war so groß, dass die Figur drei Jahre später in Serie ging. Von 1971 bis 1978 und dann wieder ab 1989 ermittelte Columbo regelmäßig mit Rekordeinschaltquoten im US-Fernsehen. Die Serie war in 80 Ländern der Welt zu sehen und wird bis heute vielfach wiederholt.

Fünf Synchronsprecher (besonders beliebt: Klaus Schwarzkopf) hat Columbo allein bei uns ausgesessen, aber er selbst ist in den mehr als 30 Jahren immer derselbe geblieben: zerknittertes Gesicht, Glasauge, stets auf der Suche nach Block und Bleistift. In seinem zerbeulten, mausgrauen Peugeot Cabrio ist er meist in den besseren Kreisen unterwegs und kommt dem Mörder mit Hartnäckigkeit und schlitzohrigen Fragen unweigerlich auf die Spur. „Vielleicht wäre ohne Columbo ein besserer Schauspieler aus mir geworden“, sinnierte er einmal, aber seine Fans wollen von Selbstzweifeln nichts wissen.

Ohnedies musste Falk sich für den Beruf erst lange durchbeißen. Seine Eltern, jüdische Einwanderer aus Tschechien und Ungarn, betrieben in der Nähe von New York einen kleinen Laden für Bekleidung und Trockenfrüchte. Als Dreijähriger verlor er bei einer Tumor-Operation sein rechtes Auge. Als er mit 15 die Schule verließ, um zur See zu fahren, stellte die Handelsmarine ihn wegen der Behinderung nur in der Kombüse an. Nach seiner Rückkehr driftete er zunächst in die Rockerszene ab, schaffte dann aber doch noch den Schulabschluss und ging nach einem Verwaltungsstudium zur Finanzbehörde.

Aber der Schreibtisch war nichts für ihn. Er nahm Schauspielunterricht, gab mit 29 den Job auf und schlug sich mit zahlreichen Nebenrollen bei Film und Theater durch. Der frühere Filmboss Harry Cohn wies ihn einmal mit den Worten ab: „Für das Geld kann ich auch einen Schauspieler mit zwei Augen bekommen.“ Doch dann ging es Schlag auf Schlag: 1960 wurde Falk als Killer Reles in dem Krimi „Unterwelt“ erstmals für einen Oscar nominiert. Schon ein Jahr später folgte die nächste Nominierung für seine Rolle in Frank Capras Gesellschaftskomödie „Die unteren Zehntausend“. Weitere Erfolge feierte er etwa in John Cassavetes’ „Ehemänner“ (1970), in der Krimikomödie „Eine Leiche zum Dessert“ (1976) und in Wim Wenders’ „Der Himmel über Berlin“ (1987).

Trotz des beispiellosen Erfolgs als Columbo kehrte Falk immer wieder auch zum Theater zurück. „Man kann sich nicht wirklich Schauspieler nennen, wenn man nicht auf der Bühne spielt“, so seine Devise. 1972 erhielt er für die Hauptrolle in Neil Simons Komödie „Das Nervenbündel“ den „Tony“ als bester Broadway-Schauspieler des Jahres.

Seit 30 Jahren ist Peter Falk mit der 23 Jahre jüngeren Schauspielerin und früheren Schönheitskönigin Shera Danese verheiratet, aus erster Ehe hat er zwei Töchter. Krach gibt es daheim in der©Villa in Beverly Hills vor allem um sein Hobby: Falk ist begeisterter Maler und zeichnet am liebsten nackte Frauen – allerdings fremde. Eine Auswahl der©Bilder ist auf seiner Internetseite zu besichtigen. Ach, und da wäre noch eine Kleinigkeit:
Der 70. Columbo sei in Vorbereitung, heißt es da. (Quelle: APA)

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