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Innauer zieht sich zurück

Toni Innauer will sich die Doppelfunktion Cheftrainer und Nordischer Direktor "nicht mehr antun". Im Lager der Skispringer wird nach Ursachen geforscht.

„Ich freue mich jetzt wirklich aufs Heimkommen und auf dicke Luft – zum Springen.“ Toni Innauer hatte in den zwei Wochen in Park City keine leichte Aufgabe. Obwohl man alles Mögliche probiert hat, flogen Österreichs Skispringer am Dienstag mit der schlechtesten Olympia-Bilanz seit 14 Jahren nach Hause. Andi Widhölzl und Co. blieben als einzige nordische ÖSV-Sportler bei den XIX. Olympischen Winterspielen ohne Medaille, auch im abschließenden Teambewerb am Montag war nichts zu holen.

Auf der Suche nach Ursachen gibt es natürlich viele Möglichkeiten. Die Höhenlage, die damit im Zusammenhang stehende Rolle des Körpergewichts, oder die Anzugproblematik. „Die Höhenlage hat die Bevorteilung der Leichtgewichte sicher verschärft“, meint Innauer. Für Martin Höllwarth ein ärgerlicher Umstand: „Jetzt wird das Hungern wichtiger als die Kraft. Aber ich habe keine Lust, mich auf 60 kg herunterzuhungern.“

Aber nicht zuletzt deshalb ist ja ein Forscherteam hier, das sich im Auftrag des IOC mit dieser Thematik beschäftigt. Innauer drängt auch auf eine Anzuglösung: „Das hat jetzt nichts mit dem Ausgang dieser Spiele zu tun. Die Situation ist einfach unbefriedigend. Es ist ein Riesenaufwand für die Nationen und benachteiligt wieder jene, die weniger Geld haben.“ Dass die Deutschen auf Grund der in ihrer Heimat ansässigen monopolistischen Anzugsfirma Vorteile haben, ist wieder eine andere Geschichte. „Es ist ja auch für diese Firma ungut. Aber die Deutschen sind hier mit einem Anzug gesprungen, den sonst niemand auf der Welt springt.“

Innauer hat schon vor einiger Zeit vorgeschlagen, das Reglement zu ändern und elastische, anliegende Anzüge zuzulassen. „Dann würde auch diese anstrengende Messerei wegfallen“, meint der Vorarlberger.

Das erklärt aber nicht die Ergebnisse der Österreicher, denn die Slowenen verfügen sicher nicht über einen besseren Anzug. Und ein Simon Ammann ist auch nicht von einem Tag auf den anderen leichter geworden. Es war eben von Beginn weg ein bisserl der „Hund drinnen“ bei den Springern. Es entwickelt sich immer eine gewisse Dynamik:
„Und die ist bei diesen Spielen eben nicht auf Seiten der Österreicher entstanden. Aber wir können in den Spiegel schauen und sagen, wir haben alles probiert.“

Das Rätselraten und die Analysen werden noch weiter gehen. Oder vielleicht schon bald nach guten Ergebnissen auf die Höhenlage zurückgeführt werden. Innauers Vorgaben für die verbleibende Saison:
„Die Ziele bleiben trotz dieser verhauten Olympischen Spiele unberührt. Wir möchten im Weltcup die Führung im Nationencup verteidigen und in Harrachov bei der Skiflug-WM noch Zähne zeigen. Dann kann man vielleicht sehen, dass unser Abschneiden hier etwas mit der Höhenlage zu tun gehabt hat.“

Wie es nach dieser Saison in Sachen Teamführung weiter geht, ist derzeit unklar. Die Doppelfunktion als Nordischer Direktor und Cheftrainer der Skispringer will sich Innauer aber nicht mehr antun. „Es war ja nicht so, dass ich das gewollt hätte. Ein Notnagel bin ich halt nicht so gern.“ Nach dem tragischen Ableben von Alois Lipburger sei es für ihn eine Selbstverständlichkeit gewesen: „Aber jetzt schaut die Situation anders aus.“

Schon vor der Olympiasaison hatte Innauer Stefan Horngacher als zweiten Co-Trainer ins Spiel gebracht, doch der Steff wollte lieber noch ein Jahr anhängen. Horngacher also als mögliche Option für die Zukunft? „Ich schätze den Steff sehr und bin sicher, dass wir für ihn eine Verwendung hätten.“

Spontan würde es ihn selbst eher wieder zurück in Richtung Strukturen und Management ziehen. „Es gibt ja nicht nur eine Nationalmannschaft. Wir müssen qualitativ besser arbeiten“, erklärt Innauer und spricht damit auch den wenig erfolgreichen Unterbau, den Nachwuchs, an. „Martin Koch ist die erste wirklich erfreuliche Geschichte, weil er auch die nötige Beständigkeit hat.“ Innauer hat das uneingeschränkte Vertrauen von ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel und wer ihn kennt, der weiß, dass schwierige Situationen den Erfolgsmenschen Innauer reizen.

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