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"Inferno" als moderner Höllenritt im Vorarlberger Landestheater

Uraufführung von Rafael Spregelburd
Uraufführung von Rafael Spregelburd ©Anja Koehler
Bregenz - "Die Hölle ist überall": Dies ist die Ausgangslage der neuen Produktion des Vorarlberger Landestheaters, die am Donnerstagabend in Bregenz ihre Uraufführung feierte.
"Inferno" am Landestheater

Inszenierung und Schauspieler des Auftragswerks “Inferno” von Rafael Spregelburd überzeugten das Publikum. Der Text sorgte mit seinen unterschiedlichen Ebenen jedoch für einige Verwirrung.

Als Inspirationsquelle für “Inferno” diente dem argentinischen Autor das Triptychon “Der Garten der Lüste – die Hölle” von Hieronymus Bosch. In dem Stück geht es um den Reisejournalisten Felipe. Er erhält überraschenden Besuch von zwei bibelfesten Damen, die in heller Aufregung sind, weil der Vatikan versehentlich die Hölle abgeschafft hat. Das unangenehme Ergebnis: Die Hölle ist jetzt überall. Um aus eben dieser wieder herauszukommen, braucht es alle sieben Tugenden. Um Felipe zu retten, erklären die beiden besorgten Damen ihm im Verlauf des Stücks diese sehr anschaulich.

Intensiv und mit hohem Körpereinsatz

Laura Mitzkus als Marlene und Bo-Phyllis Strube als Berenice verkörpern die beiden Damen. Sie liefern eine tolle Leistung, mischen souverän komische Elemente mit einer unterkühlten, distanzierten Darstellung. Ihnen gegenüber stehen die beiden ebenfalls sehr jungen Ensemblemitglieder Luzian Hirzel und David Kopp als männliche Protagonisten. Alle vier Darsteller arbeiten intensiv und mit hohem körperlichem Einsatz an diesem Werk. Außerdem schlüpfen sie in unterschiedliche Rollen, und genau hier liegt auch die Schwäche des Werks. Die inhaltlichen Sprünge der Darsteller zwischen den unterschiedlichen Figuren sind unpräzise und machen es dem Zuschauer sehr schwer, der Geschichte zu folgen. Das war am Schluss-Applaus auch deutlich zu merken, dieser war zurückhaltend und höflich.

Regie und Ausstattung tun ihr Bestes, das Werk modern auf die Bühne zu bringen. Die Inszenierung von Steffen Jäger, der in Bregenz bereits ein alter Bekannter ist, weist eine moderne Erzählsprache auf. Die Ausstattung von Sabine Freude ist karg und funktionell. Sie besteht aus Tisch und Stühlen und weiteren kleineren Requisiten, die von den Schauspielern selbst auf die Bühne gebracht werden. Die Namen der sieben Tugenden und einige Video-Einspielungen sind auf der hölzernere Rückwand zu sehen. Dort wird die Geschichte auch weiter bzw. erst zu Ende erzählt.

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