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Industrie und Handwerk gegen neue FFP2-Vorschriften

WKÖ: Werken mit FFP2-Maske teilweise nicht durchführbar
WKÖ: Werken mit FFP2-Maske teilweise nicht durchführbar ©APA
Vertreter von Industrie und Handwerk warnen vor einer Gefährdung der Produktion durch die gestern Abend bekannt gegebenen verschärften Covid-Maßnahmen in Ostösterreich.

"Eine überzogenen FFP2-Maskenpflicht führt unweigerlich zu Produktionsausfällen in allen Branchen, auch bei Lebensmitteln", warnen Renate-Scheichelbauer-Schuster, WKÖ-Obfrau für Gewerbe und Handwerk, sowie Siegfried Menz, Obmann der Bundessparte Industrie in der Wirtschaftskammer.

"Fast unlösbare Herausforderung"

"Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind an den Arbeitsplätzen deutlich besser geschützt als zuhause", so die Einschätzung der Industrievertreter. Corona-Cluster in ihren Bereichen seien "nicht zu erkennen", viele große Unternehmen hätten eigene Teststraßen eingerichtet. FFP2-Masken sollten dort getragen werden, "wo es sinnvoll und machbar ist", betonte Scheichelbauer-Schuster. Die Vorschrift mache die vorgeschriebene Maskenpause für die Betriebe "zur fast unlösbaren organisatorischen Herausforderung".

Menz sprach gar von einem "Maskentanz". "Wir würden um 20 Prozent mehr Fachpersonal benötigen. Da dieses Personal kurzfristig nicht zu kriegen ist, wären Produktionskürzungen um ein Fünftel unumgänglich", warnte er in einer Aussendung.

"Zeichen der Solidarität"

Kritik kam nach dem Ostgipfel auch von Handelsvertretern. Rainer Trefelik, Obmann der Bundessparte Handel, forderte gestern einen Eintrittstest für den gesamten Handel, also auch den Lebensmittelsektor, der bisher ausgenommen ist. Dies würde zu einer höheren Testrate führen, von der dann auch die anderen Handelsbranchen profitieren könnten. "Das wäre ein Zeichen der Solidarität", meinte der Handelsobmann Mittwochabend. Der Handelsverband sprach davon, dass die Handelsschließungen "entgegen jeder wissenschaftlichen Evidenz" angeordnet würden.

Auslöser für den Unmut der Handels-, Gewerbe- und Industrievertreter ist das Ergebnis des gestrigen "Ostgipfels", wonach es von 1. bis 6. April einen strengen Lockdown gibt und danach Eintrittstests für Geschäfte - abseits vom Lebensmittelhandel und Apotheken - eingeführt werden. Viele Fragen sind aber noch offen und die Vorgaben müssen teilweise erst Rechtskraft erlangen. Am Ostgipfel der Länder Wien, Niederösterreich und Burgenland teilgenommen haben die drei Landeshauptleute Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), Michael Ludwig und Hans Peter Doskozil (beide SPÖ) sowie Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne).

Auslöser für die verschärften Maßnahmen ist der - von Experten seit langem vorausgesagte - dramatische Anstieg der Covid-Erkrankungen und die daraus resultierende hohe Auslastung der Spitäler. Gestern meldete die Behörden 3.289 Neuinfektionen, die Zahl der Patienten auf Intensivstationen stieg innerhalb von 24 Stunden um zehn auf 447 Personen an.

(APA)

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