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Indien: "Wunsch, Körper zu essen"

Ein mutmaßlicher indischer Serienmörder, dem der Tod von mindestens 19 Kindern und Jugendlichen zur Last gelegt wird, ist am Donnerstag wegen Mordes, Vergewaltigung und Entführung angeklagt worden.

Dem Hausangestellten aus einem Vorort Neu Delhis wurde nach Angaben der Behörden in psychologischen Tests schwere sexuelle Perversion attestiert. Er leide unter Nekrophilie und Nekrophagie. Das heißt, Leichen übten eine sexuelle Anziehungskraft auf ihn aus, und er habe den Wunsch, die Körper der Toten zu essen.

Der Arbeitgeber des Hauptbeschuldigten, in dessen Haus die Morde passierten, wurde wegen Verschwörung und Zerstörung von Beweisen angeklagt; einem Polizeibeamten wird vorgeworfen, für Bestechungsgelder die Verfolgung der Verbrechen verschleppt zu haben.

Der Hausangestellte und sein Arbeitgeber, ein Geschäftsmann, waren im Dezember vergangenen Jahres wegen des Verdachts des Mordes an mindestens 19 meist weiblichen Kindern und Jugendlichen und des sexuellen Missbrauchs in Haft genommen worden. Bei einer Pressekonferenz gab die zentrale indische Polizeibehörde CBI am Donnerstag in Neu Delhi Einzelheiten der mehr als zweimonatigen Ermittlungen bekannt.

Bei Verhören habe der Hausangestellte zugegeben, er habe die Brust des ersten Opfers gekocht und gegessen, sagte der CBI-Direktor Arun Kumar. Auch Teile der nächsten beiden Opfer soll er gegessen haben. Die Verbrechen ereigneten sich innerhalb eines Zeitraums von zwei Jahren in Noida, einem Industriegebiet etwa 20 Kilometer südöstlich von Delhi.

Auf die Spur der Angeklagten kamen die Behörden durch die Entdeckung von Menschenknochen in einem Abwasserrohr hinter dem Haus. Die meisten Opfer stammten aus armen Arbeiterfamilien aus dem nahe gelegenen Dorf Nithari. Die Einwohner hatten dort seit 2004 bereits 40 Kinder als vermisst gemeldet.

Die CBI habe keine Beweise dafür gefunden, dass der Geschäftsmann etwas von den Morden wusste. „Die meisten Verbrechen geschahen, als er nicht zu Hause oder nicht einmal in der Stadt war“, sagte der Direktor. Das habe eine Auswertung seiner Handy-Gespräche ergeben.

Ein Arzt, der den Hausangestellten untersucht hatte, betonte, abgesehen von seinen perversen Neigungen sei dieser bei vollem Bewusstsein und werde eine Gerichtsverhandlung durchhalten können. Der CBI-Direktor unterstrich, die Verbrechen hätten früher entdeckt werden können, wenn die örtliche Polizei weniger nachlässig gewesen wäre.

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