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Indien: Singh soll Premierminister werden

Der frühere Finanzminister Manmohan Singh soll Premierminister werden. Die Kongresspartei entschied am Mittwoch, den 71-Jährigen für den Posten vorzuschlagen.

Damit gilt als sicher, dass Singh von Staatspräsident Kalam den Auftrag zur Regierungsbildung erhält. Am Dienstag hatte die Parteivorsitzende Sonia Gandhi das Amt abgelehnt.

Manmohan Singh gilt als Initiator der Reformen, die Indien zur regionalen Wirtschaftsmacht in Südasien gemacht haben. Er ist nach Medienberichten der Wunschkandidat Sonia Gandhis, die ihren Rückzug mit einer öffentlichen Kampagne gegen ihre italienische Herkunft begründet hatte. Die Aussicht auf die Übernahme des Regierungsvorsitzes durch den anerkannten Wirtschaftsexperten hatte die indischen Börsen beflügelt, die zuvor wegen Spekulationen über ein Ende des Reformkurses eingebrochen waren.

Der bisherige Premierminister Atal Behari Vajpayee war nach der Wahlniederlage seiner BJP (Bharatiya Janata) und ihres Bündnisses Nationale Demokratische Allianz zurückgetreten. Die Kongresspartei hatte nach achtjähriger Opposition überraschend die Parlamentswahlen gewonnen. Mit der Unterstützung der Kommunisten im Parlament verfügt sie über eine bequeme Mehrheit im Unterhaus.

Von den 57 Jahren der Unabhängigkeit Indiens regierte die Kongresspartei (1885 als „Indian National Congress“ gegründet) 44 Jahre. Drei ihrer bisher fünf Premierminister gehörten der Familie des Unabhängigkeitsführers Jawaharlal Nehru an – dessen Tochter Indira Gandhi und deren Sohn Rajiv Gandhi, die beide Mordanschlägen zum Opfer fielen. Sonia Gandhi ist die Witwe Rajivs.

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