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Indien: Mehr als 300 Tote bei Pilgerfest

Bei einer Massenpanik zehntausender Hindu-Pilger sind in Westindien nach unterschiedlichen Agentur-Angaben etwa 200 bis 300 Menschen zu Tode getrampelt worden.

Noch einmal so viele Pilger seien verletzt worden, teilte die Polizei am Dienstag mit. Die Panik brach aus, als entlang eines schmalen und stufigen Abschnitts auf dem Prozessionsweg zu einem auf einem Hügel gelegenen Tempel mehrere Geschäfte in Brand gerieten, wie Polizeisprecher Chandrakant Kumbhar berichtete.

An der Pilgerfahrt in der Ortschaft Wai etwa 250 Kilometer südlich von Bombay nahmen mehr als 300.000 Hindus teil. Nach Polizeiangaben verursachte ein Kurzschluss in einem der Stände das Feuer. „Einige versuchten, aus dem Bereich zu fliehen, dabei begann die Panik“, erklärte ein weiterer Polizeisprecher. Nach dem Unglück seien die Überlebenden gewalttätig geworden und hätten Geschäfte entlang der Route zu dem Tempel geplündert, so die Exekutive. Die Hindus kommen jedes Jahr in einer Vollmondnacht am Tempel der Göttin Mandra Devi zusammen. Die ersten Pilger trafen am Montag ein.

Bei großen religiösen Zusammenkünften von Hindus, zu denen bis zu einer Million Gläubige zusammenkommen, ereignen sich immer wieder solche Zwischenfälle. Oft sind die lokalen Behörden nicht in der Lage, mit solchen Menschenansammlungen fertig zu werden. Erst im August vergangenen Jahres kamen in Nasik, 175 Kilometer nördlich von Bombay, mindestens 39 Hindu-Pilger bei einer ähnlichen Panik ums Leben. 1999 kamen in Südindien bei einer Massenpanik nach einem Erdrutsch 51 Gläubige ums Leben. 1986 kostete ein ähnliches Unglück in Haridwar 50 Menschenleben. Das schwerste Unglück bei einer religiösen Veranstaltung in Indien ereignete sich 1954 in der Stadt Allahabad – damals starben 800 Pilger.

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