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In Vorarlberg ist grundsätzlich jeder ein Organspender

Organspender ist in Österreich grundsätzlich jeder, unter den richtigen Voraussetzungen.
Organspender ist in Österreich grundsätzlich jeder, unter den richtigen Voraussetzungen. ©dpa
Was in Deutschland gerade diskutiert und in den Niederlanden eingeführt wird, ist in Österreich schon längst eingeführt: Jeder gilt als Organspender, dennoch passiert eine Organspende vergleichsweise selten.

Was derzeit in Holland eingeführt wird, gilt in Österreich schon lange: Jede Person, die sich zu Lebzeiten nicht aktiv gegen eine Organspende ausgesprochen hat, gilt als potentieller Spender. Unter diese Regelung fällt jeder, der sich auf dem Staatsgebiet aufhält. also auch Urlauber und andere Personen ohne österreichische Staatsbürgerschaft. Organspendeausweise gibt es daher in Österreich nicht.

Widerspruch formlos möglich

 Wolfgang List - VOL.AT/Hofmeister
Wolfgang List - VOL.AT/Hofmeister ©Wolfgang List – VOL.AT/Hofmeister

Ein Widerspruch ist jedoch auf vielen Arten möglich, erklärt Oberarzt Wolfgang List vom Landeskrankenhaus Feldkirch: “Dieser Widerspruch kann im Widerspruchsregister in Wien erfolgen, es zählt aber auch jeglicher anderer Widerspruch.” Dieser könne von einem einfachen schriftlichen Dokument bis zum mündlichen Widerspruch im Familienkreis reichen.In Deutschland ist die Regelung genau umgekehrt, hier muss man sich zu Lebzeiten aktiv für eine Organspende aussprechen. Dies spiegle sich auch in der Zahl der Organspenden wieder, betont List. So sei die Zahl der Spenden pro Million Einwohner in Österreich mit 23 bis 25 auf einen vergleichsweise hohen Niveau. In Deutschland sei man hingegen gerade erst auf einen Wert von unter 10 pro Million Einwohner gefallen.

Voraussetzungen einer Organspende

Eine Organspende ist nur bei gewissen Voraussetzungen möglich. “Die Organspende erfolgt typischerweise bei einem eingetretenen Hirntod”, erläutert List gegenüber VOL.AT. Dies bedeutet, dass das Hirn aufgrund von einer zunehmenden Schwellung nicht mehr durchblutet wird und abstirbt. Dies gilt als Todeszeitpunkt des Patienten, der Herzkreislauf und Lungenfunktion ist nur noch aufgrund intensivmedizinischer Maßnahmen aufrecht.

Strenges Kontrollprotokoll

“Um diesen Zustand festzustellen, gibt es ein vorgeschriebenes Protokoll, dass in allen Punkten erfüllt sein muss”, betont der Oberarzt. Dies umfasse neben einer Messung der Hirnströme auch klinische Untersuchungen und eine Prüfung gewisser Reflexe durch einen Neurologen. Andere Todesfälle eignen sich weniger für eine Organspende, da bei einem Herzstillstand die Durchblutung und damit Sauerstoffversorgung der Organe endet und diese dadurch Schaden nehmen.

Angehörige haben Einfluss

Die Organspende erfolge in Vorarlberg immer in Kooperation mit dem Transplantationszentrum Innsbruck. Dieses fragt bei einem festgestellten Hirntod das Widerspruchsregister in Wien ab, parallel dazu prüft man im Gespräch mit Angehörigen den mutmaßlichen Patientenwillen. “Selbst wenn kein Widerspruch vorliegt ist es aber in Österreich Usus, keine Organspende durchzuführen, wenn dies von den Angehörigen nicht mitgetragen werden kann”, betont List.

Bis zu zehn Organspender pro Jahr im Ländle

Falls kein Widerspruch vorliegt, wird die Organentnahme durch das Transplantzentrum Innsbruck geplant, der Empfänger durch Eurotransplant nach genetischer Übereinstimmung und Dringlichkeit ausgewählt. In Vorarlberg sind es damit seit Jahren konstant sechs bis zehn Organspender, was ziemlich genau dem österreichischen Schnitt entspreche.

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