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In St. Pölten ausgesetzter "Jimmy" kommt zu Pflegefamilie

©APA
"Jimmy hat ein neues Zuhause gefunden. Er wird künftig von einer Pflegefamilie in der Steiermark betreut", berichtete LH Erwin Pröll (V) am Dienstag vom guten Ausgang eines spektakulären Falles.

Knapp vor Weihnachten 2008 hatte das Schicksal des etwa Vierjährigen asiatischer Herkunft Schlagzeilen gemacht: Der geistig und motorisch massiv beeinträchtigte Bub war im Landesklinikum St. Pölten ausgesetzt worden.

Der Kleine – warm gekleidet und gut ernährt – war im Lift des Spitals entdeckt worden, Krankenschwestern gaben ihm spontan den Namen “Jimmy”. In Untersuchungen wurden die schweren Behinderungen festgestellt, ehe das Kind in die Spezialeinrichtung Schwedenstift nach Perchtoldsdorf gebracht wurde. Pröll übernahm die Patenschaft für den ausgesetzten Buben.

Parallel dazu wurden behördliche Schritte eingeleitet mit dem Ziel, ein Zuhause zu finden, das dem Buben ein halbwegs menschwürdiges Dasein ermöglicht. Seine Eltern wurden bis dato nicht ausfindig gemacht. So wurde das Geburtsdatum mit 12. April 2005 festgelegt, der Name lautet – in Abstimmung und auf Wunsch der künftigen Pflegeeltern – Ming Jie.

Ernsthaft für die Betreuung in Frage kamen zwei Familien: eine wollte eine regelmäßige Besuchsfunktion übernehmen, die nun ausgewählte ist laut Pröll “zu tausend Prozent” die richtige Wahl. Die Familie habe den Buben seit dem Jahreswechsel regelmäßig im Schwedenstift besucht und sei überaus liebevoll mit dem Kleinen umgegangen. Es galt abzuwarten, ob eine persönliche Bindung entsteht.

Dem Zustand des Buben Rechnung tragend soll auch die Übersiedlung behutsam von Statten gehen – zugleich aber rasch, da jede Autofahrt eine starke Belastung darstellt. Der Bub bekommt auch sein Spezialbett aus dem Schwedenstift mit. Notwendig ist auch ein hochtechnischer Rollstuhl. In welchen Ort “Jimmy” übersiedelt, gab Pröll unter Hinweis darauf, dass die – erfahrenen – Pflegeeltern im Interesse ihres Schützlings anonym bleiben wollen, nicht preis.

Zur rechtlichen Situation erläuterte der Landeshauptmann, dass die Obsorge weiterhin die BH Mödling hat, die zuständige steirische BH übernimmt die Pflegeaufsicht. Die Kosten trägt die Sozialhilfe Niederösterreich.

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