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"In der Ersten Hilfe kann man nichts falsch machen, außer man macht nichts"

Monika Fritsch hat ihren Notfallrucksack immer in Griffweite – für sie ist es selbstverständlich zu helfen, sie macht auch allen Mut, das zu tun.
Monika Fritsch hat ihren Notfallrucksack immer in Griffweite – für sie ist es selbstverständlich zu helfen, sie macht auch allen Mut, das zu tun. ©RKV
Als diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin sowie ehrenamtliche Rettungssanitäterin und First Responderin beim Roten Kreuz Vorarlberg betrachtet Monika Fritsch es nicht nur als Verpflichtung, sondern als Selbstverständlichkeit, in Notfallsituationen Hilfe zu leisten.

Diesen Samstag, 9. September, wird der internationale "Tag der Ersten Hilfe" begangen. Ziel dieses Gedenktages ist es, die Bedeutung fachgerechter Nothilfe im öffentlichen Bewusstsein zu verankern – er wird seit dem Jahr 2000 in über 150 Ländern begangen. Erste Hilfe zu leisten und somit Maßnahmen zu setzen, um menschliches Leben zu retten, bedrohende Gefahren oder Gesundheitsstörungen bis zum Eintreffen professioneller Hilfe abzuwenden oder zu mildern, ist übrigens per Gesetz verpflichtend.

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Mehr Überzeugung, denn Verpflichtung

Davon ist die Übersaxnerin Monika Fritsch so oder so überzeugt: Als diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin, ehrenamtliche Rettungssanitäterin, wie auch First Responderin beim Roten Kreuz Vorarlberg, hat sie sich quasi der Ersten Hilfe verschrieben. Für die zweifache Mutter ist es darum weniger Verpflichtung, als Selbstverständlichkeit dort zu helfen, wo ihre Hilfe benötigt wird. So wie es die 36-Jährige vor knapp einem halben Jahr getan hat.

Kurz vor ihrem bevorstehenden Nachtdienst in der Rotkreuz-Abteilung Feldkirch meldet ihr Pager einen Notfall nahe ihres Zuhauses. Sofort packt sie ihren Notfall-Rucksack, zwei Minuten später ist sie vor Ort. Ein verunglückter Motorradfahrer liegt auf der Straße, Ersthelfer haben schon den Notruf abgesetzt, die Unfallstelle gesichert. Der Verunfallte ist ansprechbar, Verletzungen sind keine sichtbar. Jetzt gilt es, den Helm fachgerecht abzunehmen, die Wirbelsäule zu stabilisieren. Monika führt den Trauma-Check durch, prüft die Vitalwerte und befreit den Verunfallten gemeinsam mit den Ersthelfern von seiner Motorradkluft. Da treffen Polizei, Rettungsmannschaften und wenig später auch der Notarzt ein. Dank der kompetenten Hilfe kann der Verunglückte bestens erstversorgt ins LKH Feldkirch transportiert werden.

Erfahrungen, die zum Weitermachen motivieren

Am Ende der verhängnisvollen Geschehnisse steht die tiefe gegenseitige Dankbarkeit – für die selbstverständliche Erste Hilfe und die erfahrene Wertschätzung. Und für Ersthelferin Monika Fritsch? "Die Gewissheit, dass unsere Hilfe Früchte getragen hat, und es dem Geretteten wieder gut geht. Gerade solche Erfahrungen motivieren ungemein zum Weitermachen."

Erste-Hilfe-Kurse geben Sicherheit

Gleichzeitig macht sie allen Mut: "In der Ersten Hilfe kann man nichts falsch machen, außer man macht nichts. Das ist keine Floskel, sondern Tatsache. Die vielen Beispiele aus unserem Alltag als Rettungskräfte, zeigen, dass vor unserem Eintreffen geleistete Erste Hilfe, vielen Menschen geholfen, ja sogar ihr Leben gerettet hat." Eine Aussage, die Rotkreuz-Präsident Ludwig Summer nur unterstreichen kann, er ergänzt: "Erste Hilfe zu leisten, ist essenziell. Auf seinen Nächsten zu achten und ihm zur Seite zu stehen, haben in einer Gesellschaft einen unbezahlbaren Stellenwert."

In diesem Sinne motiviert er gerade jene, die fürchten, bei ihrer Hilfe etwas falsch zu machen, einen Erste-Hilfe-Kurs zu absolvieren: "Die Schulung nimmt die Skepsis und stärkt das Vertrauen in die Fähigkeit, helfen zu können."

38 Tage für die Erste Hilfe

Zwischen dem Welttag der Ersten Hilfe am 9. September und dem Weltreanimationstag am 16. Oktober liegen 38 Tage, in denen das ÖRK die Öffentlichkeit dazu ermutigen will, sich intensiv mit dem Thema "Erste Hilfe" auseinanderzusetzen. Das Ziel: Die Überlebensrate bei einem Herzstillstand durch gezielte und unmittelbare Hilfe zu erhöhen. Das Rote Kreuz ruft daher alle dazu auf, online von ihren Erlebnissen und Erfahrungen rund um das Thema "Erste Hilfe" zu erzählen und ihre SocialMedia-Beiträge mit #JetztErsteHilfe zu markieren. Erfahren Sie mehr unter www.roteskreuz.at/38-tage-fuer-die-erste-hilfe.

(VOL.AT)

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