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In aller Ruhe Schritt für Schritt

Der Vorarlberger Michael Liendl etabliert sich beim tipp3-Fussball-Bundesligisten Austria Wien immer mehr.

Mit dem Wechsel von Kapfenberg zu FK Austria Wien hat Michael Liendl zugleich den Schritt vom nationalen zum internationalen Fußball getätigt. Seine gute Form, gezeigt im Europa-League-Spiel in Bremen, bestätigte der 24-Jährige am Wochenende beim 1:0-Heimsieg der “Veilchen” gegen den SK Sturm

VN: Gratulation zum ersten Spiel über 90 Minuten für die Austria. Wie groß ist die Freude darüber?
Michael Liendl:
Es tut schon ganz gut. Vor allem ist es auch für mich persönlich wichtig. Als ich mich für den Wechsel von Kapfenberg zur Austria entschieden habe, wusste ich, dass es nicht leicht wird. Andererseits war und bin ich mir immer sicher gewesen, dass ich es packen kann. Ich habe den Wechsel noch keine Sekunde bereut. Ich fühle mich sehr wohl in der Mannschaft und auch in Wien.

VN: Es scheint so, als ist Michael Liendl endgültig bei der Austria angekommen?
Liendl:
Wenn man es aus der Sicht der letzten beiden Spiele betrachte, als ich gegen Bremen und Sturm angefangen habe, dann ja. Denn einige haben sich schon gefragt, ob der Wechsel schon gut war. Mich hat das alles jedoch nicht belastet. Ich habe gewusst, dass ich mich durchsetzen kann. Auch, wenn ich anfangs nicht viel gespielt habe. Doch die Austria ist der Topverein in Österreich.

VN: Hand auf‘s Herz, haben Sie nie daran gezweifelt?
Liendl:
Natürlich gab es Stunden, in denen ich viel nachgedacht, in denen ich mich gefragt habe: Was kann ich tun, damit ich spiele? In diesen Momenten haben mir die Gespräche mit meiner Freundin und meinen Eltern viel geholfen. Es war einfach wichtig, dass ich ruhig bleibe. Ich habe ja gewusst, dass ich gut trainiere. Das hat mir auch der Trainer bestätigt, als ich vor rund drei Wochen das Gespräch mit ihm gesucht habe. Er sagte mir, dass er sowohl mit meiner Einstellung als auch mit meinen Trainingsleistungen zufrieden ist. Auch mit der Art und Weise, wie ich Fußball spiele.

VN: Sie haben schon die Ausgeglichenheit des Kaders angesprochen. Dazu kommt, dass Sie mit Milenko Acimovic einen internationalen Topspieler vor sich haben.
Liendl:
Dennoch kommt bei uns jeder auf seine Einsatzminuten, ohne dass es wirklich gravierende Leistungsschwankungen gibt. Das spricht für uns und dafür, dass praktisch jede Position doppelt besetzt ist. Wenn wir jetzt auch noch die Spiele gegen die Tabellennachzügler gewinnen, dann können wir am Ende ganz oben stehen. Bei der Niederlage in Kapfenberg aber hat man doch die Belastungen der letzten Wochen gespürt. Da waren wir alle sehr müde. Gegen Wr. Neustadt haben wir auch Pech gehabt, denn eigentlich hat die Leistung gepasst. Insgesamt muss man aber schon sagen, dass uns ein Spieler wie Rubin Okotie (Anm. d. Red.: Knorpelabsprengung am Knie) abgeht – vor allem in der Europa-League. Mit Tomás Jun (Anm. d. Red.: Kreuzbandriss) fehlt uns ja noch ein zweiter Stürmer.

VN: Stichwort Europa- League. Sie sind in Bilbao eingewechselt worden und haben zuletzt in Bremen gespielt – jeweils mit guten Leistungen. Sind das besondere Momente?
Liendl:
Es ist absolut geil, vor 40.000 Zuschauern in Bilbao zu spielen oder wie zuletzt gegen Spieler wie Özil oder Mertes­acker aufzulaufen. Für mich selbst war es auch ganz, ganz wichtig zu sehen, dass ich in solchen Partien nicht nur mitlaufe, sondern ein gutes Spiel abliefern kann.

VN: Sie sind also überzeugt davon, dass Sie sich bei der Austria weiterentwickelt haben?
Liendl:
Ja, mit Sicherheit. Bei einem Klub wie der Austria ist schon das Training intensiver, weil die Qualität höher ist. Es ist auch ein anderes Gefühl, wenn man in der Tabelle vorne steht. Du spürst, dass du jedes Spiel gewinnen kannst.

VN: Wie schauen jetzt Ihre Ziele aus?
Liendl:
Ich gehe davon aus, dass ich meine Chance genutzt habe. Dennoch bin ich noch nicht in der Position um sagen zu können, dass ich spielen muss. In erster Linie möchte ich mich weiterentwickeln. Gelingt dies, kann ich in ein, zwei Jahren vielleicht über einen Auslandstransfer nachdenken. Deshalb war der erste Schritt zu einem Topklub wie die Austria für mich enorm wichtig.

VN: Und das Nationalteam?
Liendl:
Ist natürlich ein Traum für jeden Spieler, auch für mich. Aber ehrlich gesagt: Damit beschäftige ich mich nicht. Dass es sehr schnell gehen kann, hat man ja zuletzt gesehen. Mal schauen, 2010 werden die Karten wieder neu gemischt.

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