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Im westungarischen Papa entsteht NATO-Drehscheibe

Die Luftwaffenbasis im westungarischen Pápa wird zur Drehscheibe für die strategische Transportflotte der NATO, wie die Ungarische Nachrichtenagentur MTI am Dienstag berichtete. Papa hatte sich im Herbst 2007 gegen seine Mitbewerber, die Flugbasen im deutschen Ramstein und im rumänischen Constanta durchgesetzt.

Laut dem ungarischen Verteidigungsminister Imre Szekeres würde weiters auch eine internationale Organisation nach Papa ziehen, die als Flug-Leitzentrale der Transportflotte fungiert. Alle fünf Parlamentsparteien hatten am Dienstag dem einschlägigen Beschlussentwurf zugestimmt, der am Mittwoch im Parlament verabschiedet werden soll. Laut Szekeres könne dann mit NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer die diesbezügliche Vereinbarung unterzeichnet werden.

Im November 2008 sollen die ersten NATO-Transportflugzeuge vom Typ C-17 in Papa landen. Außer dem Transport von militärischem Gerät und Soldaten sollen im Falle von Katastrophen auch Hilfsgüter in den Maschinen der Flotte befördert werden. Die internationale Organisation, die im Juli ihre Tätigkeit in Papa aufnehmen könne, werde in den kommenden Monaten drei Flugzeuge vom Typ C-17 kaufen, so Szekeres. Der Minister erinnerte weiter daran, dass erstmals innerhalb der NATO eine internationale Transport-Organisation entsteht, in der die NATO-Mitgliedsländer nicht einzeln, sondern gemeinsam Aufgaben lösen wollen.

Laut dem Verteidigungsminister wird die NATO-Luftwaffenbasis eine wichtige Rolle bei Transportaufgaben spielen, besonders was die Ablösung der im Irak und in Afghanistan stationierten NATO-Soldaten und die Versorgung der Missionen betrifft. Die Entscheidung der NATO für Ungarn würde die “strategische Wichtigkeit des Landes innerhalb des Nordatlantikpaktes belegen”, hatte die US-Botschafterin in Ungarn, April Foley, in den Medien betont. Dabei sollen bis zu 500 neue Arbeitsplätze in Papa entstehen. Neben 13 NATO-Staaten hätten sich auch die neutralen Länder Finnland und Schweden der Organisation angeschlossen, erklärte Szekeres. Die NATO-Länder Slowakei und Tschechien hätten allerdings noch nicht über eine Teilnahme entschieden.

Die NATO hatte bereits 2006 und 2007 im Rahmen des Sicherheitsinvestitions-Programmes NSIP mehr als acht Milliarden Forint (32,5 Mio. Euro) in die Entwicklung der Luftwaffenbasis in Papa investiert. Auch ein neues Treibstofflager und ein Terminal für Tankzüge entstand. Geplant ist laut Medien zudem der Bau eines größeren Hangars und die Erneuerung der Infrastruktur, wofür 30 Millionen Dollar (19,3 Mio. Euro) veranschlagt wurden. Die Investitionssumme wird von den Teilnehmer-Staaten getragen, wobei 1,3 Prozent der Kosten auf Ungarn entfallen. Budapest muss im ersten Jahr 1,75 Milliarden Forint (7,11 Mio. Euro) zahlen.

Die Luftwaffenbasis Papa war im Herbst 2000 geschlossen worden, was damals zu politischem Streit führte. Während die Armeeführung den Schritt mit der Durchführung der Heeresreform begründete, stellten Parlamentsabgeordnete der damaligen Regierungspartei Fidesz-Ungarischer Bürgerverband die Richtigkeit der Entscheidung in Frage.

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