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Im Notfall helfen können

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Gertrude Summer hält beim Roten Kreuz Erste-Hilfe-Kurse ab.

Aus eigener Erfahrung weiß Gertrude Summer um das verzweifelte und lähmende Gefühl der Hilflosigkeit, das einen in Notsituationen überkommen kann. „Es war vor 15 Jahren, als mein eigener Sohn Rafael sich bei einer Veranstaltung an einem Zuckerle verschluckt hat“, erzählt die Montafonerin. Von einer Sekunde auf die andere befand sich der damals vierjährige Bub in größter Gefahr.

Prägendes Erlebnis

Erstickungsanfall – das Bonbon blockierte die Atemwege. „Ich geriet in Panik, wusste meinem Sohn nicht wirklich zu helfen. Es war in der schlimmen Situation wirklich ein Glück, dass gleich jemand zur Stelle war, der über eine Ersthelferausbildung verfügte und rettend eingreifen konnte“, zeigt die 50-jährige Tschaggunserin auf, wie wichtig es ist, im Ernstfall die wichtigsten Handgriffe zu beherrschen, um in Notfallsituationen rasch und adäquat handeln zu können. Das damalige Erlebnis veranlasste Gertrude Summer dazu, bei der Rotkreuzabteilung in Bludenz noch einmal einen Erste-Hilfe-Kurs zu absolvieren. „Ich wollte nie mehr in so eine hilflose Lage geraten“, bekräftigt sie. Und mehr: Die hilfsbereite Montafonerin stieg bei der Rettungsorganisation zunächst als freiwillige Mitarbeiterin ein. Nach und nach belegte sie alle Aus- und Fortbildungskurse, ließ sich schließlich auch zur Notfallsanitäterin ausbilden. Aus vielen Einsätzen im Rettungsdienst weiß sie, dass nach einem Unfall gerade die Hilfeleistungen in den ersten Minuten über Leben und Genesung eines Verunglückten entscheiden. „Darum sind Laien als Ersthelfer vor Ort ein unverzichtbares Glied in der Rettungskette, denn jedes professionelle Rettungsteam benötigt bis zum Eintreffen am Unfallort geraume Zeit“, macht Gertrude Summer deutlich. „Wer sich mit Erster Hilfe auskennt, kann Leben retten.“ Das vermittelt die Rotkreuz-Mitarbeiterin stets in den Erste-Hilfe-Kursen, die sie seit zehn Jahren als Lehrbeauftragte zusammen mit 19 weiteren Kolleginnen und Kollegen der RK-Abteilung Bludenz-St.Gallenkirch-Sonntag abhält.

Hilfestellung

Immer wieder erlebt es die Rettungsfachfrau, dass Menschen verunsichert sind, wenn es um Hilfeleistung im Straßenverkehr, zu Hause, in der Freizeit oder am Arbeitsplatz geht. Gertrude Summer: „Man muss als Ersthelfer keine Angst haben, dass man etwas falsch macht. Falsch ist nur, gar nichts zu tun.“ Wenn jemand wisse, wie die stabile Seitenlage eines Verletzten gehe, sei schon viel gewonnen. „Aber auch kleine Hilfeleistungen, wie den Notarzt alarmieren, die Unfallstelle absichern, die Atmung eines Unfallopfers kontrollieren und einem Verletzten Beistand leisten bis professionelle Hilfe eintrifft, sind wichtige Sofortmaßnahmen, die jeder übernehmen kann“, unterstreicht Gertrude Summer und ergänzt: „Erste-Hilfe-Praktiken können mit wenig Zeitaufwand und ohne große Kosten erlernt oder erneuert werden.“ Zum Beispiel mit einem Auffrischungskurs unter fachkundiger Anleitung. Acht Stunden dauert so ein Kurs.

zur Person

Gertrude Summer Seit 15 Jahren ist Gertrude Summer bei der Rotkreuzabteilung Bludenz-St.Gallenkirch- Sonntag tätig. Geboren: 22. Jänner 1960 Wohnort: Tschagguns Ausbildung/Werdegang: Ausbildung zur Rettungs-/Notfallsanitäterin, Offiziersausbildung/Führungskraft, Schulungsreferentin für Erste Hilfe und Sanitätshilfekurse. Familie: Alleinstehend, drei Kinder Hobbys: Lesen, Sport

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