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Im Dunkeln kommt es ans Licht

Theaterleute stehen stets im unbarmherzigen Bühnenlicht. Sollen einmal nicht sie, sondern soll das Publikum genussreich geblendet werden, gibt es seit etwa 40 Jahren einen fast immer wirkungsvollen Trick – man knipst alle Lampen aus.

Die „Schwarze Komödie“ (oder die „Komödie im Dunkeln“) des Briten Peter Shaffer bringt es allerdings auch ans Licht, ob ein Ensemble so dicht miteinander verschweißt ist, dass ein Stromausfall zum zwar skurrilen, aber letztlich reinen Vergnügen für die Zuschauer wird.

Hoch gepokert

Beim Vorarlberger Landestheater, wo der Komödienklassiker zuletzt in den Achtzigerjahren auf dem Programm stand, hat man zudem hoch gepokert. Schauspieler Johannes Gabl kann als Jungregisseur noch nicht auf Erfahrung und sichere Treffer setzen, darf aber darauf vertrauen, dass seine Akteure auch die geforderten subtilen Gesten so beherrschen, dass in diesem (Versteck-)Spiel eben nicht nur plakative Gags, sondern auch geheime Sehnsüchte zutage treten.

Hohe Kunst

Worum geht es nun? Der nur mäßig erfolgreiche Künstler Brindsley will nicht nur vor dem Vater seiner Freundin Carol, sondern auch vor einem Mäzen im besten Licht dastehen. Die hohe Kunst der Täuschung wird am entscheidenden Abend durch einen Kurzschluss zur verdoppelten Herausforderung.

Nicht nur für Brindsley, der sich vom Nachbar noch feines Mobiliar „ausgeborgt“ hat, sondern für alle, die unter grellen Scheinwerfern so zu agieren haben, als würden sie absolut nichts sehen. Und das, obwohl es eng wird in der Wohnung.

Zum künftigen Offizier-Schwiegervater gesellen sich schließlich noch der verfrüht heimgekehrte Nachbar (der vom Möbel-Raub nichts merken soll), eine verschreckte Nachbarin und die eifersüchtige Ex-Freundin.

Abgründiger Humor

Dass das Warten auf den Kunstsammler Godunow auch ein wenig ein Warten auf Godot ist, hat der Regisseur im praktisch, aber witzig aufgestockten Bühnenbild von Marie-Luise Lichtenthal schön herausgearbeitet. Franz Nagel ist ihm dabei nicht nur sprachlich der beste Helfer und Kathrin Schwaderer kann als heimlich saufendes altes Mädchen mit abgründigem Humor begeistern.

Die absurden Einfälle sind es auch, die Burghard Braun (Colonel) gut zur Wirkung bringt. Hier, wie etwa auch bei Peter Bocek (Nachbar Harold) werden Begierden spürbar, die das Stück über eine Boulevardkomödie hinauswachsen lassen. Und egal wie perfekt oder mit kleinen Konzentrationsschwächen Martin Rother (Brindsley), Barbara Sonntagbauer (Carol) und Ingrid Lang (Clea) das Herumtasten im scheinbar Stockdunkeln beherrschen, bestens aufeinander eingespielt ist man nicht nur in dieser munteren Dreiecksbeziehung, sondern das sind sie allesamt.

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