IGGiÖ geht auf Distanz zu Islamisten

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) geht auf Distanz zu den drei verhafteten Islamisten. Es handle sich um eine "isolierte Gruppe“, die den Dialog abgelehnt habe.

Die Glaubensgemeinschaft habe versucht, mit dem Hauptverdächtigen ins Gespräch zu kommen. „Er war nicht zugänglich“, sagte Präsident Anas Schakfeh bei einer Pressekonferenz am Montag. Er kündigte zudem an, die Aus- und Weiterbildung von Imamen verbessern zu wollen. Die Glaubensgemeinschaft habe versucht, die Formierung des Vereins „Islamische Jugend“ (IJÖ), dessen Anführer der Hauptverdächtige ist, zu verhindern, und bei der Vereinspolizei wegen der Verwechselungsgefahr mit der zur IGGiÖ gehörenden „Muslimischen Jugend“ (MJÖ) Einspruch erhoben. Dem sei jedoch nicht stattgegeben worden, so Schakfeh, der von einer Gruppierung von zwei bis fünf Leuten, die sich gegen die Glaubensgemeinschaft gestellt hätten, sprach. „Die haben ihre eigene Suppe gekocht“, so auch Medienreferentin Carla Amina Baghajatin. Besorgt zeigte sich die Glaubensgemeinschaft, dass populistisch geschürte Ängste, etwa Ausdrücke wie „artfremd“, das gesellschaftliche Klima vergiften könnten, so die IGGiÖ-Vertreter in Anspielung auf Aussagen des Niederösterreichischen Landeshauptmanns Erwin Pröll (V). „Wirklich schockiert“ sei man über den Verlauf der Demonstration gegen den Ausbau eines islamischen Kulturzentrums in Wien, bei dem Rufe nach „Anzünden“ laut geworden sind. Dem Protest einer Bürgerinitiative hatten sich neben FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache auch einige Dutzend neonazistisch gekleideter Jugendliche angeschlossen. Die IGGiÖ appellierte, Integrationspolitik nicht mit Sicherheitspolitik zu verwechseln und Jugendliche mit muslimischen Hintergrund nicht zum „Problem abzustempeln“. Dudu Kücükgöl, Vorsitzende der MJÖ-Bundesjugendvertretung, forderte einen „fairen Diskurs“ ein und bezeichnete die IJÖ als „isolierte Gruppe“. Zur Sprache brachte die IGGiÖ auch die Themen Religionsunterricht und Imam-Ausbildung. Schakfeh bezeichnete die fehlende Weiterbildung von Imamen als Manko. Er wünscht sich eine „solide Ausbildung auf universitärem Niveau“ im Inland sowie Fortbildungsmöglichkeiten für die Geistlichen. Es geben auch bereits entsprechende Pläne und man sei mit der Universität Wien sowie den zuständigen Ministerien im Gespräch, so Schakfeh. Die Religionslehrerin Gülmihri Aytac weis in der Integrationsdebatte gegen Religionslehrer erhobene Vorwürfe zurück. Der Religionsunterricht werde in Deutsch gehalten und sei sowohl für die Schulinspektoren als auch für die Direktoren zugänglich.

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