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"Ideen stammen viele von Hanny Borger"

Das Glasmalen erfordert viel Konzentration.
Das Glasmalen erfordert viel Konzentration. ©Fotos: str
Beatrice Amann

In Kürze eröffnet die kleine Glasmalereiwerkstatt von Beatrice Amann in St. Gallenkirch ihre Pforten. Das Kunsthandwerk Glasmalerei ist allerdings im Montafon nichts Neues. Lange Jahre waren die Gläser der Schrunserin Hanny Borger ein Begriff in der Kunstszene in Sachen Glasmalerei. Die Tschaggunserin Beatrice Amann lernte ihr Handwerk bei Hanny Borger und will so die Tradition der Glasmalerei fortsetzen.

Was fasziniert dich an der Materie Glas?
Beatrice Amann: Eigentlich bin ich zur Glasmalerei nicht des Glases wegen gekommen, sondern wegen der alten Tradition und der alten Dekore.
Aber inzwischen finde ich Glas ein wunderbares Material, welches einzigartig in seiner Brillanz ist.

Du hast das Kunsthandwerk der Glasmalerei bei Hanny Borger erlernt, was lernt man dort, wie war das, was hat sie dir im Speziellen beigebracht?
Beatrice Amann: Hanny Borger ging 2007 in ihren wohlverdienten Ruhestand und als sie ihre letzten Waren verkaufte, war ich bei Ihr. Ich habe sie zuvor “nur” als Hanny Borger gekannt, doch als sie mir mitteilte, dass das Geschäft geschlossen wird und es keine Nachkommen gibt, bat ich sie mir das Handwerk zu erlernen. Ich war zu diesem Zeitpunkt in Karenz (machte aber meine Matura, da ich studieren wollte) und so kam es, dass wir erst Ende 2008 mit dem Malen anfingen. Hanny Borger hat nie Malkurse gegeben und darum bin ich ihr sehr dankbar, dass sie mir ihr Wissen, die Techniken und ihre Dekore vermittelt und gelehrt hat.
Ich habe sehr großen Respekt vor Hanny Borger und ihrer Glasmalerei und mein Wunsch ist, dass ich ihr Erbe so gut wie möglich weiterführen kann.

Arbeitest du jeden Tag?
Beatrice Amann: Ja, ich habe einen 15 Stunden-Job, denn ich bin tagsüber im Geschäft beziehungsweise bin Mama und am Abend wird im Keller gemalt.

Woher nimmst du deine Ideen?
Beatrice Amann: Sehr viele Dekore habe ich von Hanny Borger übernehmen dürften. Ansonsten bin ich viel in der Natur oder schaue mir Bücher über Alpenblumen an.
Es wird aber irgendwann auch ein spezielles Dekor von mir geben.

Was kann man bei dir kaufen, gibt es Sonderanfertigungen für besondere Anlässe, wie Hochzeiten, Jubiläen oder ähnliches?
Beatrice Amann: Bei mir kann man fast alles kaufen, was mit Glas zu tun hat, zum Beispiel Vasen, Teller, Weingläser, Saftgläser, Teelichter,…
Sonderanfertigungen gibt es selbstverständlich auch, denn wenn jemand einen spezielle Wunsch hat zum Beispiel ein Gastgeschenk für eine Hochzeit oder ähnliches versuche ich diesen umzusetzen.

Was ist dein eigentlich erlernter Beruf?
Beatrice Amann: Ich bin gelernte bautechnische Zeichnerin. Ich habe 15 Jahre im Baugewerbe gearbeitet; also ganz etwas anderes. Gemalt habe ich allerdings schon immer. 2003 hatte ich meine erste Ausstellung in Feldkirch, allerdings malte ich da auf Leinwände.

Was sind neben deiner Glaskunst deine Hobbies?
Beatrice Amann: Ich fahre sehr gerne Schi; speziell mit meinem Vater und meinem Freund.
Bis vor meinem Muttersein habe ich auch sehr viel Golf gespielt. Dieses Hobby werde ich wieder aufnehmen, sobald meine Tochter etwas größer ist.

Was ist das Schöne an deiner Arbeit?
Beatrice Amann: Das Schöne daran ist, dass ich meine Arbeit mit meiner Familie sehr gut verbinden kann.

Ist das Risiko ein Geschäft mit der Glasmalerei zu eröffnen nicht sehr groß?
Beatrice Amann: Absolut! Ich und meine Schwester haben vor knapp 10 Jahren das Haus unseres Großvaters übernommen und seit einem Jahr bin ich alleinige Geschäftsführerin dessen.
Ich kann somit auch die Vermietung der Ferienwohnungen mit der Glasmalerei verbinden, da alles im gleichen Haus ist. Somit habe ich ein zweites Standbein und das beruhigt etwas.
Ansonsten hätte ich die Glasmalerei nur als Hobby begonnen.

Region Montafon

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