"Ich will derselbe Hubert bleiben"

"Hier sind unsere Großraumbüros. Dort unten befindet sich das Versandlager. Es ist für riesige Mengen an Material konzipiert..." Hubert Hämmerle führt durch Werk 2 des Beschläge-Giganten Blum.

Wie einer, der den Betrieb verinnerlicht hat. Nicht wie einer, der hier seinen letzten offiziellen Arbeitstag verbringt. Erst ein Betriebsratskollege, dem Hämmerle im Gang begegnet, macht ihm das bewusst. „Ich wünsche dir alles Gute für deinen künftigen Job. Vergiss nie, dass du hier immer zu Hause bist.“

„Wenn ich hier so durchgehe, kann ich mir den Abgang von Blum wirklich kaum vorstellen“, lässt der 45-Jährige Wehmut aufkommen. In seinem Büro gesellt sich beim nunmehrigen Arbeiterkammer-Präsidenten eine Portion Analytik dazu. Er erzählt von jener Firma, der er alles zu verdanken hat. Über die Lehrjahre als Werkzeugmacher, seine Zeit als Monteur, dann später als Organisator an der Seite seines Idols Egon Blum. Schließlich der Einstieg als hauptamtlicher Betriebsrat. „Das war der einzige Job, den ich wirklich mit allem Ehrgeiz anstrebte“, sagt Hubert Hämmerle. „Den Berufswunsch Arbeiterkammer-Präsident gab’s bei mir definitv nicht.“

Der Sinneswandel

Das habe sich einfach ergeben. Wie so vieles in seiner beruflichen Laufbahn. Nicht gelten lässt der dreifache Familienvater gewisse Meinungen, wonach er für den ÖAAB nur eine Notlösung gewesen sei. „Josef Fink wollte mich. Ich wollte zuerst nicht, weil ich mich bei Blum ja so wohl fühlte.“ Doch der Sinneswandel kam, „als ich überall große Zustimmung, Solidarität und auch Sicherheit verspürte. Blum räumt mir ein Rückkehrrecht bis 2009 ein.“ Der Hobby-Eishockeyspieler der „Linde Lions“ („Ich bin ein solider Verteidiger, kein überragender Techniker“) will als Arbeiterkammer-Präsident offensiv agieren – ohne polittaktische Finten.

Ungeliebte Politik

„Es geht doch um die Arbeitnehmer-Interessen. Darum, die Qualität von Beschäftigten zu gewährleisten und damit Arbeitsplätze zu sichern. Das ist doch eigentlich nichts Politsches, oder?“ Trotzdem weiß der kräftige Ex-Betriebsrat natürlich, dass er sich dem Sog der Politik nicht entziehen wird können. Und das macht ihn momentan noch etwas unsicher. „Man soll mir aber doch bitte etwas Zeit lassen. Zumindest die berühmten 100 Tage“, fordert er. Kompromisslos möchte er mit sich als „Charaktertyp“ sein. „Ich will der Hubert bleiben, der ich immer war.“

ZUR PERSON

Hubert Hämmerle

  • Geboren: 23. 6. 1961
  • Wohnhaft: Lustenau
  • Familienstand: verheiratet, drei Kinder Erlernter
  • Beruf: Werkzeugmacher
  • Hobbys: Eishockey, Fußball Lieblingsspeise: Käsfladen
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