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"Ich werde ihn immer nur abholen"

Lustenau - Down-Syndrom - längst hat dieses Wort für Simone Fürnschuss den Schrecken verloren. Valentin, 4, ist nach seinem Nachmittagsschläfchen noch ein bisschen müde. 

Verträumt liegt er in den Armen seiner Mutter Simone. „Willst den Film von gestern noch einmal sehen, Schatz?“, fragt die Mama. „Ja“, nickt der Kleine und erlebt freudig die allmähliche Rückkehr seiner Lebensgeister. Valentin ist ein normales Kind. Bis auf eines: Er hat das sogenannte Down-Syndrom, was man ihm äußerlich ansieht.

Simone Fürnschuss-Hofers Leben erfuhr durch Valentin eine ungeahnte Bereicherung. Dabei fing für die heute 31-Jährige alles zuerst mit einem Schock an. „Als feststand, dass Valentin mit dem Down-Syndrom auf die Welt kommen würde, war das für mich ein totaler Schock. Der völlige Zusammenbruch meiner Schwangerschaftsidylle.“ Simone hätte legal abtreiben dürfen. „Aber das kam für mich nicht in Frage.“ Die werdende Mutter entschied sich für einen anderen Weg. Sie wollte das Kind und sie wollte dieses Kind hundertprozentig annehmen. Dieser Aufgabe stellte sie sich mit zunehmender Leichtigkeit. „Ich bin mit mir im Reinen. Ich habe mit Valentin einen lebenslustigen, fröhlichen, positiven Bub.“

Die Lustenauerin spürte das Bedürfnis, mit anderen Eltern von Kindern mit Down-Syndrom ihre Erfahrungen zu teilen, suchte solche auf und schrieb Geschichten über diese Kinder. Längst war die Idee zur Herausgabe des Buches mit dem Titel „Das Leben ist schön“ geboren. Als „Missionarin“ will Fürnschuss-Hofer dennoch nicht gesehen werden. Sie, seit zwei Jahren auch Mutter eines „normalen“ Mädchens, möchte nur ein bisschen „gemeinsam vorgetragenes“ Verständnis für Kinder mit diesem besonderen Merkmal. Auch geht es ihr um ein Plädoyer für den Mut, Kinder mit Down-Syndrom auf die Welt zu bringen. „Ich freue mich über jedes Down-Syndrom-Kind, das es auf die Welt schafft.“

Unterstützung

Simone Fürnschuss-Hofer hat für sich die besondere Kostbarkeit der Down-Kinder entdeckt. „Weil es Menschen sind mit einer anderen Sicht der Dinge. Die Lebensqualität anders erfahren. Sie sind wohl entwicklungsbeeinträchtigt, aber authentisch.“ An ihren Valentin stellt sie keine speziellen Anforderungen. „Ich werde ihn einfach nur immer dort abholen, wo er gerade ist. Und ich werde ihm helfen, einen möglichsten hohen Grad an Selbstständigkeit zu erlangen.“

ZUR PERSON

  • Simone Fürnschuss-Hofer
  • Geboren: 14. Jänner 1976
  • Wohnhaft: Lustenau
  • Familienstand: Verheiratet, zwei Kinder
  • Beruf: Werbetexterin
  • Hobby: Tanzen
  • Lieblingsspeise: Thai-Küche
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