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„Ich bin eine Macherin“

©Privat
Unternehmerin Iris Mönkkönen aus Dornbirn hat sich einen Traum erfüllt: Sie ist zu ihrem Mann nach Finnland gezogen und hat ihre Firma „MIN ­Beverages“ gegründet.

von Lisa Purin/Wann & Wo

WANN & WO: Wie hast du deine Kindheit in Vorarlberg verbracht bzw. wie bist du aufgewachsen?

Iris Mönkkönen: Ich würde sagen typisch vorarlbergerisch. Meine Kindheit war sehr schön, sehr frei. Nach dem Sportgymnasium habe ich meinen Bachelor in Internationalem Management an der Universität Liechtenstein gemacht. Mein Erasmus-Auslandssemester hat mich dann nach Finnland geführt. Eigentlich wollte ich zusammen mit einer Freundin eher in den Süden, Spanien vielleicht. Aber dann kam alles anders und so zog es mich in den Norden. Geplant waren nur vier Monate, als ich dann aber meinen Mann kennenlernte, wurde daraus ein ganzes Jahr. Meine Familie war darüber zuerst nicht gerade glücklich, weil mein Aufenthalt sich immer wieder verlängerte (lacht). Schlussendlich habe ich sogar meinen Master an der „Aalto University School of Economics“ in Helsinki gemacht. Danach habe ich lange Zeit für eine Firma im Sales Management gearbeitet, wo ich unter anderem den Schweizer Markt auf Sales Seite aufgebaut habe. Daher habe ich wahrscheinlich auch mein gutes Durchsetzungs­vermögen.

WANN & WO: War für euch beide klar, dass ihr in Finnland bleiben werdet?

Iris Mönkkönen: Das hat sich so ergeben. Ich bin immer wieder länger in Finnland geblieben, irgendwann habe ich meine Sachen gepackt und bin jetzt offiziell nach Espoo gezogen. Wir hatten beide den gleichen Traum: Unser Wunsch war es, eine eigene Firma zu gründen und damit beide Länder irgendwie zu vereinen. Nachdem ich ein Jahr im Mutterschutz war, hatte ich genug Zeit, zu überlegen, was ich wirklich will. So kam mir dann die Idee, einen eigenen Long Drink auf den Markt zu bringen – und „Min Gin Long Drink“ wurde geschaffen, inspiriert von finnischen Traditionen und dem skandinavischen Lifestyle. Man kann sich darunter einen erfrischenden Cocktail aus Gin, Tonic und sanften Aromen der Grapefruit vorstellen – das trinkt man hier sehr gerne. Hergestellt wird unser Getränk in Österreich. Mittlerweile konnte ich schon große Aufträge an Land ziehen. Zu finden ist das Getränk unter anderem in der Anziehbar Dornbirn, im s’Fachl Dornbirn, im Niggenkopfstüble in Brand oder im Rauch Club Feldkirch. Vergangene Woche konnten wir außerdem unsere neue Kooperation mit dem Distributionspartner Fohrenburg s’Fäscht für die Gastronomie in Vorarlberg und Tirol bekanntgeben – darauf bin ich natürlich sehr stolz. Außerdem sind wir jetzt auch offizieller Partner der diesjährigen Gymnaestrada, eine wirklich tolle Chance.

WANN & WO: Im April bist du auch beim Female Future Festival in Bregenz zu Gast. Was möchtest du anderen mitgeben?

Iris Mönkkönen: Ja, das ist total cool. Ich habe die große Ehre, bei der Podiumsdiskussion dabei sein zu dürfen. Ich möchte vor allem anderen Frauen und Mädels Mut machen, etwas auszuprobieren. Seid mutig, traut euch!

WANN & WO: Hattest du als Frau in einer Führungsposition schon mit Vorurteilen zu kämpfen?

Iris Mönkkönen: Ich bin sehr selbstbewusst, eine Macherin. Deshalb wurde ich auch immer mit Respekt behandelt und akzeptiert. Egal, ob Mann oder Frau – man muss zeigen, dass man es kann und sich den Respekt erarbeiten. Die eigene Unsicherheit muss man über Bord werfen. Geholfen hat mir dabei auch der Rückhalt meiner Familie. Wir hatten immer alle Freiheiten, das zu machen, was wir uns vorstellten.

WANN & WO: Wie bekommst du als Jungunternehmerin, Mama und Ehefrau alles unter einen Hut?

Iris Mönkkönen: Tatsächlich ist das manchmal ein wenig stressig. Ein gutes Zeitmanagement ist sehr wichtig. Das klappt aber alles ganz gut. Unsere Familien unterstützen uns sehr. Aber es ist wahrscheinlich auch dem guten Kindergarten- und Schulsystem in Finnland geschuldet. Hier bekommt jedes Kind ab neun Monaten einen Betreuungsplatz zugesichert. So hat jedes Kind dieselben Chancen.

WANN & WO: Was machst du, wenn du einmal Zeit für dich hast?

Iris Mönkkönen: Wahnsinnig viel Zeit bleibt mir nicht, aber wenn, dann mache ich liebend gerne Sport oder Yoga. Wenn ich in Vorarl­berg bin, gehe ich in den Bergen ­wandern und genieße die Zeit in der Natur.

WANN & WO: Welche Unterschiede gibt es zwischen Österreich und Finnland?

Iris Mönkkönen: Die Finnen an sich sind sehr viel ruhiger, als die Vorarlberger oder Österreicher. Aber es ist ein sehr verlässliches Volk.
Ganz komisch war für mich anfangs, dass Finnen zwar sehr hilfsbereit sind, aber niemals von sich aus Hilfe anbieten würden, da man nicht die Privatsphäre des anderen verletzen möchte. Im Vergleich zu Vorarlberg: Hier wird einem immer sofort Hilfe angeboten, wenn man in Schwierigkeiten steckt. Außerdem führt man hier in Finnland keinen Smalltalk. Wenn man nichts zu sagen hat, sagt man einfach nichts. Es kann also beispielsweise sein, dass man eine Stunde lang in einem Taxi sitzt und kein Wort mit dem Fahrer spricht. Daran musste ich mich erst einmal gewöhnen (lacht).

WANN & WO: Wie kommst du mit der finnischen Sprache zurecht?

Iris Mönkkönen: Sagen wir es so, ich kann im Alltag überleben (lacht). Man lernt natürlich immer wieder dazu. Da aber sowieso alle Englisch sprechen können, komme ich sehr gut zurecht. Unsere dreijährige Tochter wird zum Beispiel dreisprachig erzogen. Mein Mann spricht mit ihr nur finnisch, ich spreche hauptsächlich im Vorarl­berger Dialekt mit ihr und im Kindergarten lernt sie die Englische Sprache. Es ist faszinierend, wie sie alles versteht und je nach Situation die Sprache wechselt.

WANN & WO: Bist du noch oft im Ländle unterwegs?

Iris Mönkkönen: Sehr oft sogar. Durch meinen Job bzw. mein Unternehmen verbringe ich immer noch viel Zeit in Vorarlberg. Aber genau das gefällt mir an meinem Job auch so gut. Ich habe damit die Möglichkeit, Österreich und Finnland zu verbinden.

WANN & WO: Habt ihr vor, irgendwann vielleicht nach Vorarlberg zu ziehen?

Iris Mönkkönen: Vorerst wird Finnland die Heimat meiner kleinen Familie bleiben. Wir würden uns aber wünschen, in Vorarlberg und Espoo ein Zuhause zu haben. Das versuchen wir uns zu erfüllen, denn Vorarlberg bedeutet mir natürlich sehr viel. Wer weiß, was in den kommenden Jahren noch passiert.

WANN & WO: Welche Pläne hast du für die kommenden Jahre?

Iris Mönkkönen: Ich hoffe sehr, dass ich mit meiner Firma noch mehr Produkte auf den Markt bringen kann und mein Unternehmen nach wie vor gut läuft. Ideen sind in meinem Kopf auf jeden Fall noch genügend vorhanden, doch verraten wird vorerst noch nichts. Aber natürlich wünsche ich mir auch Gesundheit und viel Freude für meine Familie und meine Freunde.

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