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I: Taormina führt Touristensteuer ein

Der sizilianische Badeort Taormina startet eine Offensive gegen den Massentourismus. Jedes Auto, das in Taormina parkt, muss neben den normalen Parktickets zusätzlich einen Euro zahlen.

Für Minibusse sind es sogar zehn und für Busse ganze 40 Euro. Diese Touristensteuer soll Gelder in die Gemeindekassen bringen – jährlich wird die Ortschaft von 1,8 Millionen Touristen besucht.

Den Vorwurf, die Urlauber auszunutzen, wies der Gemeinderat allerdings zurück: „Wir garantieren den Besuchern Dienstleistungen, daher bitten wir um einen kleinen Beitrag für die Ausgaben, wie es bereits in mehreren italienischen Kulturstädten geschieht. Der Beitrag der Touristen hilft uns, die Stadt sauber und die Monumente in Stand zu halten“, meinte der Gemeinderatssprecher, Nicolo La Barbera.

Die Äolischen Inseln nördlich vor Sizilien haben längt die Touristensteuer eingeführt, die dem Gemeindesäckel im vergangenen Jahr Einnahmen von 400.000 Euro gebracht haben. Jeder Besucher, der per Schiff auf die Inseln kommt, muss neben der Fahrkarte eine „Eintrittssteuer“ von einem Euro entrichten. Wer den Krater der Vulkaninsel Stromboli und Vulcano erreichen will, muss zusätzlich drei Euro berappen.

„Niemand will die Touristen ausbeuten. Sie belasten aber die Insel und sollten daher für den Ausbau der Infrastruktur und Dienstleistungen mitzahlen“, meinte ein Sprecher des Gemeinderats von Lipari, der größten der Äolischen Inseln. „Wir wollen für einen besseren Umweltschutz sorgen, dies wird uns helfen, weitere Touristen anzulocken. Die Kosten des Massentourismus sind für eine kleine Mittelmeerinsel enorm. Daher müssen wir den Zustrom der Besucher strenger regeln“, fügte er hinzu.

Probleme dieser Art haben auch die Inseln Ischia, Favignana und Ponza, die ebenfalls die Einführung dieser „Island Tax“ erwägen. Gegen die Steuer sprachen sich einige Bürgermeister der renommiertesten Badeorte Italiens aus. Eine Abgabe von ein Paar Euro genüge nicht, um den Massentourismus zu bremsen, meinten sie.

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