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I dor Frönde

Ulrich Gabriel
Ulrich Gabriel ©VOL.AT

Am 31. Mai ging der VI. Mundartmai im Kolpinghaus Dornbirn mit Mundartlesungen der Texte alter Dornbirner Dichter (Diem, Flax, Gasser, Klocker, Rüf, Weinzirl) zu Ende. Eine der ganz selten gewordenen Gelegenheiten die alte Dornbirner Mundart mit ihren pointenreichen, größtenteils gereimten Episoden zu vernehmen. Außerdem gab der Abend Gelegenheit, den beliebten Mundartsprecher Heinz Rüf zu hören. Die Mundarttexte reichten zum Teil bis 1880 (Johann Klocker, geb. 1858) zurück. Schon damals wurden die regionalen Feinheiten humorvoll unterschieden: „A Doarabirar i dor Frönde treoft an Landsma a. Und dear Landsma frogat bündig: Ghio, ghäa, ghet odor gha? — „Ghio“ kut ar zur Antwort übor; druf seit ar kurzor Hand: Dänn bioscht du an Doarabirar, dänn gohn mor mitanand!“ (Klocker) „Früor und hüt“ heißt ein Text von Richard Gasser. „Früor händ mior Buobo an Tüörkokolbo i d’Badhoso gschteckt – hüt züöch i do Buuch i.“

Fünf Tage zuvor traten im Gasthaus Haslach sieben zeitgenössische Dornbirner MundartdichterInnen auf und trugen aktuelle Texte vor. Die Inhalte der gefeierten Mundartstaffel waren überwiegend gegenwartsbezogen und zeigten in der Form spielerische Sprachvariationen. Die Sieben, darunter zwei Frauen, zeigten eine bunte Palette gekonnter ironischer Sprachgestaltung.

Eine ganz besondere Begegnung mit der Montafoner Mundart lieferten Franz und Helene Rüdisser im Montafoner Heimatmuseum in Schruns. Gemeinsam mit Michael Kaspar beleuchteten sie in leicht verständlicher Art, eben muntafunerisch, die Vorzüge des regionalen Dialekts, der 2017 von der Unesco zum immateriellen Weltkulturerbe erhoben wurde. Eine Auszeichnung. Es wurden Sprachmontagen gezeigt, Mundart in Prosa und Reimen gesprochen, sowie „Lustfunerisch“ – ein Mix aus Lustenau und Montafon – vorgetragen. Nicht genug: zwei junge Asylwerber aus Afghanistan unterhielten sich in direktem Vergleich in Farsi und in Muntafunerisch (!): Kolorit des Abends waren 13 SchülerInnen der Volksschule Schruns. Sie deklamierten mit Witz ihre Ergebnisse eines eigenen Mundartworkshops an der Schule. „Wer Mundart spricht, hat Gold im Mund“ meinte ein anwesender „Schnapf“ dazu und verwandelte das Gold in 13 Eis. Bleibt noch zu klären: was ist ein „Schnapf“? Die Kinder erklärten das so:

„Im Schnapfaland dossa goots wundarli zua, do gigat an Esel und tanzat a Kuah. Im Schnapfaland dossa ischt a Henna varreckt. Jätz hond a paar Narra ger d Fädara ofgschteckt!“

O je. Jetzt werden wieder etliche LeserInnen nicht mitkommen und schnattern: „Was sind Schnapfa? Wo ist Schnapfaland?“ Tip der Redaktion: Die „Schnapfa“ leben „dussa“, d.h. außerhalb des Montafons: Dort ist Schnapfaland. Dort geht es wunderlich zu. Wer ganz sicher dazugehört, kann dem Gedicht entnommen werden.

Ulrich Gabriel
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