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Hypo Vorarlberg zieht nach einem schweren Jahr Bilanz

Das Ergebnis der Hypo Vorarlberg 2020 wurd aufgrund der Pandemie fast halbiert.
Das Ergebnis der Hypo Vorarlberg 2020 wurd aufgrund der Pandemie fast halbiert. ©Marcel Mayer
Die Hypo Vorarlberg Bank AG meldet infolge der Corona-Pandemie für das Geschäftsjahr 2020 einen starken Ergebniseinbruch.

Das Ergebnis vor Steuern sank um 46,8 Prozent auf 48,83 Mio. Euro (2019: 91,69 Mio.), das Jahresergebnis (nach Steuern) ging um 47 Prozent auf 37,33 Mio. Euro zurück (2019: 69,11 Mio.). Dennoch sprach der Vorstand am Donnerstag von einem "operativ erfolgreichen Jahr". Für 2021 sahen die Verantwortlichen weiter Unsicherheit, man setze auf Digitalausbau.

Pandmie hatte Auswirkungen

Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie hätten sich "erwartungsgemäß stark ausgewirkt". Man habe vorsorglich hohe Risikovorsorgen und konservative Bewertungen vorgenommen, um einen Puffer für mögliche zukünftige Ausfälle von Kreditnehmern zu haben, begründete der Vorstand das Ergebnis. "Die Entwicklung des Zins- und Provisionsergebnisses im Kerngeschäft als wichtigste Ertragsbasis unseres Geschäfts zeigt, dass wir mit unserer risikobewussten Strategie auch in dieser herausfordernden Zeit gut aufgestellt sind", sagte Vorstandsvorsitzender Michel Haller. Der Zinsüberschuss belief sich 2020 auf 174,16 Mio. Euro, ein Plus von 2,7 Prozent (2019: 169,54 Mio. ). Der Provisionsüberschuss ging um fünf Prozent auf 34,65 Mio. Euro zurück (2019: 36,47 Mio.). Der Verwaltungsaufwand sank um 1,2 Prozent auf 95,11 Mio. Euro (2019: 96,29 Mio.). Die Cost-Income-Ratio nahm um 3,9 Prozent auf 51,18 Prozent ab (2019: 53,24 Prozent).

Herausforderungen im Jahr 2020

Die Liquidität der Kunden über Stundungen und Überbrückungskrediten sicherzustellen, sei 2020 die größte Herausforderung gewesen, daher stiegen auch die Forderungen an Kunden, so Haller. Zum 31. Dezember 2020 betrug das Volumen an Finanzierungen mit gewährten Stundungen 549 Mio. Euro, die Neu- und Überbrückungsfinanzierungen aufgrund der Pandemie beliefen sich laut Hypo auf rund 94 Mio. Euro. Um die Wirtschaft wieder hochfahren zu können, seien nun längere Laufzeiten für Überbrückungskredite und "mehr Pragmatismus in der Regulatorik" nötig, so Haller, der zudem Instrumente für einen erleichterten Eigenkapitalaufbau forderte.

Die Hypo Vorarlberg habe ihre Eigenmittelquoten 2020 weiter stärken können. Die Quote des harten Kernkapitals (CET1) stieg um 1,9 Prozentpunkte auf 14,34 Prozent, jene des Kernkapitals (T1) um 1,8 Prozentpunkte auf 14,92 Prozent. Die Eigenkapitalrendite (ROE) ging um die Hälfte auf 4,07 Prozent zurück (2019: 8,13 Prozent).

Ausbau der Digitalisierung

Der bereits bestehende Fokus auf Digitalisierung habe sich gerade in Zeiten des Lockdown bezahlt gemacht. Philipp Hämmerle, Vorstand für Digitalisierung und IT, betonte den Anteil der IT an der Entwicklung neuer, künftiger Bankdienstleistungen. 2020 habe man die IT-Tochter in die Bank integriert, "um hier schlagkräftiger agieren zu können". Die Pandemie habe die Digitalisierung des Bankgeschäfts beschleunigt, man folge damit auch der zunehmenden Kundennachfrage. Gerade für große Entscheidungen sei aber der persönliche Kontakt weiter gefragt, betonte Vorstand Wilfried Amann. Dazu habe man das Know-how für Immobilienfinanzierung oder Vermögensanlage in Kompetenz-Centern in Bregenz, Dornbirn, Feldkirch und Bludenz gebündelt. In der "Freiraum"-Filiale im Messepark in Dornbirn erprobe die Hypo ein neues Filialkonzept mit digitalen Formaten und Produkten.

Ausblick 2021

Eine Einschätzung für das Geschäftsjahr 2021 fiel dem Vorstand schwer: Der Ausblick sei von hoher Unsicherheit geprägt, das Wirtschaftswachstum hänge von Faktoren wie Grenzöffnungen, dem Funktionieren von Lieferketten und dem Impffortschritt ab. Die Pandemie-Bewältigung werde die Geschäfte der Hypo Vorarlberg auch 2021 beeinflussen. Die Konjunktur sei nicht mehr so schwach wie im Vorjahr, daher erwarte man eine positive Entwicklung. Für die Hypo Vorarlberg waren 2020 im Jahresdurchschnitt 694 MitarbeiterInnen beschäftigt (Vollzeitäquivalente), ein Minus von 3,5 Prozent.

(APA)

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