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Hypo Real Estate: Konzernchef Funke geht

Der Chef des angeschlagenen Immobilienfinanzieres Hypo Real Estate, Georg Funke, hat seinen Posten auf massiven Druck aus Berlin hin geräumt. Nach tagelangen Rücktrittsforderungen legte der 53-jährige seine Ämter mit sofortiger Wirkung nieder. 50 Mrd Paket für HRE erlassen | Rücktritt von Funke 

Vor allem Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) hatte massive Kritik an Funke geübt und eine weitere Zusammenarbeit mit ihm abgelehnt.

Die deutsche Bundesregierung fühlte sich während der Verhandlungen über das 50-Milliarden-Euro schwere Rettungspaket für den Konzern vom Management des DAX-Konzerns falsch informiert und hatte ihre Empörung mehrfach auch öffentlich geäußert.
Über einen Nachfolger für Funke wollte der Aufsichtsrat noch am Dienstag entscheiden. Die Aktie von Hypo Real Estate (HRE) drehte daraufhin zeitweise deutlich ins Plus.

Funke stand seit Beginn an der Spitze des Unternehmens, das vor fünf Jahren als Abspaltung des gewerblichen Immobiliengeschäfts der HypoVereinsbank gestartet war. Unter seiner Leitung schaffte der Konzern vor drei Jahren den Aufstieg in den DAX.
Bereits Anfang des Jahres war Funke in die Kritik geraten, weil er völlig überraschend Millionenbelastungen aus der Finanzmarktkrise eingeräumt und den Aktienkurs damit auf Talfahrt geschickt hatte. In der vergangenen Woche war die Aktie nach der ersten Nachricht über die finanziellen Probleme des Konzerns innerhalb eines Tages nochmals um fast 80 Prozent eingebrochen.

Nach Informationen des “Handelsblatt” soll der Deutsche-Bank-Manager Axel Wieandt neuer Chef der Hypo Real Estate werden. Das Banken-Konsortium habe dem Aufsichtsrat den bisherigen Leiter der Konzernstrategie der Deutschen Bank als Nachfolger für den zurückgetretenen Georg Funke vorgeschlagen, berichtete die Zeitung Mittwoch. Es werde damit gerechnet, dass das Kontrollgremium dem Vorschlag folge.

Auch die Staatsanwaltschaft München nimmt die Vorgänge bei dem Konzern inzwischen ins Visier. “Wir beobachten den Ablauf des Geschehens”, sagte Oberstaatsanwalt Anton Winkler am Dienstag in München der Deutschen Presse-Agentur dpa. Ein Ermittlungsverfahren sei bisher aber nicht eingeleitet worden.
Auch eine Strafanzeige gegen Vorstände oder andere Verantwortliche liege der Münchner Staatsanwaltschaft nicht vor. Die Ermittler behalten die Entwicklung dennoch im Blick und sammeln bereits Medienberichte über die Vorgänge in dem Konzern.

Aktionärsschützer werfen dem Management schwere Fehler vor und prüfen eine Anzeige. Eine Entscheidung darüber sei aber noch nicht gefallen, sagte Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) am Dienstag. Es bestehe der Verdacht, dass das Unternehmen die Aktionäre in der vergangenen Woche zu spät über die Krise informiert habe.

Nachdem die Rettung bereits als sicher galt, hatte sich die Lage im Laufe der Woche weiter zugespitzt. In der Nacht zum Montag einigten sich Regierung und Finanzwirtschaft nach einer Zitterpartie um das Überleben des Konzerns auf ein neues Rettungspaket für den Immobilienfinanzierer.
Der Aufsichtsrat hielt trotz der Beinahe-Pleite an Funke als Krisenmanager fest. Allerdings war es im Laufe der Krise zu so schweren Verstimmungen zwischen Funke und Steinbrück gekommen, dass Funkes Abtritt in Finanzkreisen bereits am Montag nur noch als eine Frage der Zeit galt.

Im Sog der Finanzkrise setzten Bankaktien ihren Kurssturz am Dienstag fast ungebremst fort. Titel der Commerzbank und der Deutschen Bank fielen zeitweise um mehr als 10 Prozent. Auch die HRE- Aktie war am Morgen – vor dem Abgang Funkes – weiter abgestürzt.
“Das einzige, was dem Markt jetzt noch Stabilität und Vertrauen zurückgeben kann, ist eine zeitweise Verstaatlichung – bei der Hypo Real Estate führt kein Weg mehr an dieser Option vorbei”, sagte Kapitalmarktexperte Robert Halver von der Baader Bank. “Mit wem werden wohl in Zukunft Geschäfte abgewickelt, wenn die Wahl zwischen Banken mit Staatsgarantie und Banken ohne diese Absicherung besteht.”

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