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Häuslbauer in der Krise

Schwarzach - In Österreich versuchen viele Privatleute ihren Traum vom eigenen Haus durch Frankenkredite zu finanzieren. Die Finanzmarktkrise wirft nun jedoch ihre Schatten auf diese Finanzierungsform.

In Ungarn haben zwei Banken die Notbremse gezogen, eine Entwicklung die auf Österreich überschwappen könnte.

Nach der Ungarischen Kreditbank (MKB), an der die BAWAG mit zehn Prozent beteiligt ist, hat nun auch die in österreichischem Besitz befindliche Volksbank die Vergabe von Krediten in Schweizer Franken eingestellt.

Hinter der Entscheidung stehe die Absicht der Bank, in der gegenwärtigen Lage keine Devisenressourcen vom internationalen Finanzmarkt abzurufen. Angesichts der „hektischen“ Kursschwankungen der ungarischen Währung Forint stehen Bankkunden mit Devisenkrediten „schwere Zeiten“ bevor, so ungarische Tageszeitungen am Mittwoch.

Auch in Österreich empfiehlt die Finanzmarktaufsicht (FMA) allen Kreditinstituten keine Kredite in Fremdwährung an private Haushalte zu vergeben, da im derzeitigen wirtschaftlichen Umfeld die Risiken im Fremdwährungs – und Zinsbereich für Banken nur schwer steuerbar sind.

„Erste Bank“ und „Sparkasse“ haben bis dato keinen Fremdwährungskredite, mit Ausnahme von ausdrücklichem Kundenwunsch, vergeben. Karin Berger, Erste Bank der österreichischen Sparkassen, sieht dies als ein Zeichen von verantwortungsvollem Handeln, da sich viele Kunden der Risiken einer Fremdwährungs-Finanzierung nicht bewusst sind. Das Währungs- und Zinsänderungsrisiko sind Risiken, denen Fremdwährungs-Kredite seit jeher ausgesetzt sind. Die Stärkung des Frankenkurses würde eine Mehrbelastung bei den Zinsen- und Ratenzahlung bewirken.

Häuslbauer in der Krise

In Österreich verwirklicht jeder vierte Häuslbauer seinen Traum von den eigenen vier Wänden mit einem Fremdwährungskredit. Geld wird dabei in fremder Währung aufgenommen und zurückgezahlt. In Vorarlberg erfolgen sogar 40 Prozent aller Kreditausleihungen an Private in einer Fremdwährung.

„Diese begehrte Form der Finanzierung ist den schwankenden Wechselkursen unterworfen“, bestätigt Manfred Neubauer, Finanzexperte der AK-Niederösterreich. Dennoch kann er die Empfehlung der Finanzmarktaufsicht, aus bestehenden Fremdwährungskrediten auszusteigen, nicht nachvollziehen. „Wir warnen vor Panikreaktionen und unüberlegtem Umstieg auf Euro-Kredite“, so Neubauer. Aufgrund der gesunkenen Zinsdifferenz zum Euro rechne sich der Frankenkredit bereits seit Jahren nicht mehr. Der Markt für den Franken ist einfach zu klein geworden, so Raiffeisen-Chef Karl Waltle.

Die Kehrseite der Medaille

Die Spekulation und der Traum vom schnellen Geld zeigen nun auch bei den Frankenkrediten ihre Kehrseite. „Viele Berater haben viel zu riskante Produkte für ihre Kunden gewählt, bei denen die hohen Erträge in den Modellrechnungen die monatlichen Kosten reduzieren. Das fällt vielen Häuslbauern jetzt auf den Kopf“, so Neubauer weiter. Die Einschätzung des Wirtschaftsforschers Stephan Schulmeister, dass das Risiko bei Frankenkrediten geringer als bei bestimmten Spekulationsgeschäften sei, wird die Häuslbauer in diesem Fall wohl wenig beruhigen: 90 Prozent der Österreicher gehen davon aus, dass die Spitze der Finanzkrise noch gar nicht erreicht ist.

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