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Hurrikan "Ike" über Kuba - Viele weitere Tote in Haiti

Die Hurrikansaison 2008 wird für die Menschen in der Karibik zu einem immer größeren Drama. In der Nacht auf Montag erreichte Hurrikan "Ike" mit Windgeschwindigkeiten von rund 200 Kilometern pro Stunde die Insel Kuba. Etwa 800.000 Menschen wurden allein in den östlichen Provinzen in Sicherheit gebracht, unter ihnen viele Touristen.

Zuvor hatte der Wirbelsturm Haiti gestreift. Nach offiziellen Angaben starben dort mindestens 50 Menschen. Eine Stadt wurde komplett überflutet. Damit sind in Haiti seit Mitte August durch die Wirbelstürme “Fay”, “Gustav”, “Hanna” und “Ike” bereits mehr als 325 Menschen ums Leben gekommen.

Hurrikan “Ike” traf gegen 3.45 Uhr mitteleuropäischer Zeit auf die Küste der kubanischen Privinz Holguin. Hier leben mehr als eine Million Menschen. Nach Berichten von Radiosendern krachten mehr als sieben Meter hohe Wellen an Land, die Überschwemmungen reichten bis weit ins Landesinnere. Im Laufe des Tages sollte das Zentrum des Sturms große Teile der Insel überqueren. Auch in der Hauptstadt Havanna wurden die Menschen gewarnt. In der Provinz Camagüey sprach der regionale Radiosender von der größten Evakuierungsaktion seit 1976. Fast ein Drittel der Bevölkerung sei in Sicherheit gebracht worden.

Revolutionsführer Fidel Castro sagte in einem Kommentar unter dem Titel “Umzingelt von Hurrikans”, die ganze Nation sei – wie man es in einem Krieg sagen würde – “kampfbereit”. “Mehr als je zuvor ist Vernunft gefragt und Kampf gegen Verschwendung, Parasitentum und Bequemlichkeit”, sagte Castro nach Angaben von Radio Havanna wörtlich.

Unterdessen lehnte US-Außenministerin Condoleezza Rice ein Gesuch Kubas um Hilfe zur Beseitigung der Schäden nach Hurrikan “Gustav” ab. Eine vorübergehende Aufhebung des Embargos gegen Kuba wäre “keine weise Entscheidung”, sagte Rice laut einem in Washington verbreiteten Redemanuskript. Die kubanische Führung hatte am Samstag Washington gebeten, den Kauf bestimmter Materialien zur Überwindung der Verwüstungen durch Hurrikan “Gustav” zu erlauben.

Am Montag galt in elf der 13 Provinzen Kubas höchste Alarmstufe. Betroffen war auch die Urlaubsregion um Varadero. Auf seinem Weg über Kuba wird sich der Hurrikan nach Angaben der Meteorologen deutlich abschwächen, bleibt aber gefährlich. “Neben den heftigen Windböen kommen in einigen Regionen Kubas mehrere hundert Liter Regen pro Quadratmeter zusammen, örtlich können es auch mehr als 500 Liter sein – und das in nur ein bis zwei Tagen”, sagte der Hurrikan-Experte Thomas Sävert vom Wetterdienst meteomedia in Bochum. Anschließend könnte sich der Sturm über dem warmen Golf von Mexiko im Laufe der Woche erneut verstärken und wieder ein starker Hurrikan werden. Die weitere Zugbahn ist jedoch noch unsicher – bedroht ist die gesamte Region von Mexiko bis zum US-Bundesstaat Louisiana.

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