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Hütter nach Sieg: "Jetzt übernehmen wir die Schweiz"

Große Freude für Cornelia Hütter
Große Freude für Cornelia Hütter
Cornelia Hütter hat der ÖSV-Damen-Equipe nach mehr als einem Jahr Pause wieder einen Speed-Sieg beschert. Die Steirerin feierte am Samstag mit dem Erfolg im Super-G in Lenzerheide ihren ersten Weltcupsieg. "Auf das arbeitet man hin und das wünscht man sich, wenn man über die Ziellinie fährt", strahlte die 23-Jährige nach dem in mehrerlei Hinsicht besonderen Sieg mit der Sonne um die Wette.


Außergewöhnlich war zum einen, dass Hütter die Minuten des Triumphs gemeinsam mit ihrer langjährigen Freundin Tamara Tippler auskosten durfte, die auf dem dritten Platz landete. “Wir haben immer eine Gaudi, und ich kenne die Tami, da war sie halb so groß”, sagte die Kumbergerin. “Und jetzt übernehmen wir die Schweiz!” Was angesichts des Weltcup-Finales in St. Moritz wie eine gefährliche Drohung in Richtung der Konkurrenz klang, sollte in erster Linie aber nur darauf anspielen, dass Tippler ebenfalls die Steiermark ihre Heimat nennt.

“Ich freue mich wirklich für die Conny. Wir haben eh beide schon rären müssen, aber das ist wurscht”, richtete Tippler aus. “Wir sind schon von klein auf immer zusammen unseren Weg gegangen, einmal war die eine besser, einmal die andere. Dass wir das beide so genießen können heute, das ist schon ganz lässig.”

Dass es nun bereits in dieser Saison mit dem ersten Sieg für die “jungen Wilden” geklappt hat, freue sie besonders. Bis zu Hütters Erfolg hatte Anna Fenninger am 2. März 2015 mit dem Super-G-Sieg in Bansko für den vorübergehend letzten rot-weiß-roten Speed-Jubeltag gesorgt.

“Bei der Conny Hütter hat man schon gewusst, was sie drauf hat. Bei der Tamara Tippler hat man das so nicht sehen können. Letztes Jahr ist sie im Super-G nicht in der Stammmannschaft gewesen und kaum einen Super-G gefahren, heuer holt sie drei Podiums. Das ist ganz etwas Besonderes, was sie da heuer erreicht hat”, sagte Damen-Rennsportchef Jürgen Kriechbaum. “Die Voraussetzungen für diese Saison, gerade mit der Verletzung von der Anna (Fenninger, Anm.) und den diversen Rücktritten, waren ja nicht so gut. Man hat nicht ganz genau gewusst, wie sich das formieren wird.”

Hütter wollte nicht von einem erhöhten Druck von außen sprechen. “Auch wenn wir keine Siegläuferin im Team haben, war es jetzt nicht so, dass man gesagt hätte: So, ihr müsst das jetzt machen. Gewinnen kannst du sowieso nur, wenn du frei von der Leber weg fährst. Alles andere geht in die Hose.” Stress habe sie sich selbst am meisten gemacht. “Ich denke mir bei jedem Rennen, ich will gewinnen. Aber es ist nicht immer so einfach, weil die Besten der Welt mitfahren.”

In Soldeu hatte sich Hütter einen Muskelbündelriss im Oberschenkel zugezogen, der sie zu einer Rennpause zwang. Statt den Riesentorlauf in Jasna in Angriff nehmen zu können, trainierte sie zu Hause. “Das hat mit eigentlich gar nicht reingepasst”, sagte Hütter. Letztlich habe sie dadurch aber wieder neuen Fokus gefunden. “Steirerblut ist kein Himbeersaft, die Conny ist ein harter Knochen. Der Sport ist einfach mit Risiko verbunden”, merkte Tippler ob des erfolgreichen “Mini-Comebacks” an.

Für Hütter fiel der Weltcup-Premierensieg zudem fast exakt mit dem Erfolgserlebnis ihres Freundes Christian Walder zusammen. Der Kärntner hatte am Freitag, also einen Tag zuvor, in Saalbach-Hinterglemm den Sieg in der Abfahrts-Gesamtwertung des Europacups fixiert. “Er hat meine Nerven mehr strapaziert als ich selber”, verriet die kommende, neue Speed-Queen im ÖSV. “Ich weiß, dass er gut Ski fährt und dass er es draufhaut, aber du kannst einfach nichts machen. Du kannst nur zuschauen und Daumenhalten. Am Liveticker vergehen die Sekunde in Minuten.”

Dass ihr Herzblatt in ihrer bisher größten Stunde nicht an ihrer Seite sein konnte, sei aber gar kein schlechtes Omen gewesen. “Beim ersten Podium war er nicht dabei, und jetzt ist er auch nicht dabei”, sagte Hütter. “Aber vielleicht fliegt er ja schnell her”, fügte sie im Scherz an.

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