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Hör mal, wer da hämmert!

Vom Urlaubstraum zum Urlaubsalbtraum. Was tun, wenn die schönsten Tage im Jahr ganz und gar nicht halten, was sie versprochen haben?

Schlechte Unterkünfte und Flugprobleme verpatzten vielen Konsumenten den Urlaub. Das zeigt eine erste AK Analyse von knapp 140 Beschwerden. Die Arbeiterkammer (AK) rät, gleich nach der Reise die Ansprüche gegen den Veranstalter geltend zu machen.

Verspäteter und verschobener Flug:  Herr S. hat heuer im Frühjahr eine Rundreise in Libyen gemacht, bei der es viele Mängel gab: immer wieder kurzfristige Routenänderungen, Nächtigung im Zelt anstatt des vorgesehenen Drei-Sterne-Hotels, nicht funktionierende Sanitäranlagen in einer Zeltstadt, unberechtigte Verrechnung des Kerosinzuschlags. Das i-Tüpfelchen war der verspätete Rückflug: um volle 36 Stunden. Herr S. bat die AK um Hilfe, die derzeit mit dem Reiseveranstalter wegen einer Bargeldentschädigung verhandelt.

Frau K. hat eine Reise nach Mallorca für Ende Mai bis Anfang Juni gebucht. Als sie die Tickets eine Woche vor Abreise erhielt, stellte sie fest, dass der Rückflug verschoben wurde: vom 4. Juni von 20.25 Uhr auf 8.30 Uhr. Mit dem einen Tag mehr in der Sonne wurde es somit nichts. Frau K. hat gleich reklamiert, der Reiseveranstalter argumentierte, dass im Massentourismus mit einer Verlegung der Flugzeit gerechnet werden muss. Frau K. wandte sich an die AK, die beim Reiseveranstalter wegen einer Reisepreisminderung interveniert.

Katalog hält nicht, was er verspricht – Hotel mit Baustelle:
Hämmern ohne Ende. Familie P. buchte eine viertägige Reise für Ende Mai nach Budapest. Die Überraschung war groß, als sie im Hotel ankamen, denn rund fünf Meter vom Hotelzimmer lag eine Baustelle. Die Bauarbeiten begannen um sieben Uhr morgens und endeten ca. um 19 Uhr abends, auch am Wochenende wurde gelärmt. Die Konsumenten beschwerten sich bei der Rezeption und wollten ein anderes Zimmer. Das wurde mit der Begründung abgelehnt, dass alles ausgebucht sei. Nach dem Urlaub intervenierte Herr P. beim Reiseveranstalter und bekam 25 Euro Entschädigung angeboten. Auch er suchte Rat bei der AK, weil die Entschädigung viel zu gering ist. Diese Ansicht teilt auch die AK.

Tipps der AK Konsumentenschützer:  Machen Sie nach der Rückkehr Ihre Ansprüche mit einem eingeschriebenen Brief gegen den Reiseveranstalter geltend. Einen Musterbrief finden Sie auf der AK Homepage. Lassen Sie sich bei Ihren berechtigten Beschwerden nicht mit Gutscheinen abspeisen. Eine Preisminderung ist in bar zu gewähren. Wie hoch Ihre Ansprüche sind, können Sie aus der “Frankfurter Tabelle” ersehen, die Sie im Web finden. Hatte der Urlaub wegen solcher Mängel keinen Erholungswert oder war der Erholungswert dadurch erheblich beeinträchtigt, kann Schadenersatz für entgangene Urlaubsfreude geltend gemacht werden. Voraussetzung: Verschulden des Reiseveranstalters.

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