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Hoyzer soll elf Mal betrogen haben

In Berlin kam es am Dienstag zum spektakulärsten Fußball-Prozeß seit über 30 Jahren. Skandal-Schiedsrichter Robert Hoyzer soll in elf Fällen an Spielmanipulationen beteiligt gewesen sein. | Interview

Dies wirft die Staatsanwaltschaft dem 26-Jährigen in der Anklageschrift vor, die zu Beginn des Prozesses am Dienstag verlesen wurde. Hoyzer muss sich wie sein ehemaliger Schiedsrichter-Kollege Dominik Marks, Ex-Profi Steffen Karl sowie die ebenfalls angeklagten kroatischen Brüder Filip, Milan und Ante Sapina wegen “gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs” vor dem Landgericht Berlin verantworten.

Ante Sapina, dem die Staatsanwaltschaft eine “herausgehobene Position” bei den Straftaten zuordnet, werden bei der Manipulation von Spielen und Sportwetten 42 strafbare Handlungen vorgeworfen. Sein Anwalt Klaus Gedat kündigte nach der ersten Verhandlungsrunde an, dass sich sein Mandant zu den schwerwiegenden Beschuldigungen äußern werde: “Die Aussagen werden nicht von der Anklage abweichen.” Ex-Referee Hoyzer, der vom DFB bereits lebenslang gesperrt wurde, hatte schon vor dem Prozess angekündigt, über jede Einzelheit Auskunft geben zu wollen.

Vor allem der Deutsche Fußball-Bund (DFB), der beim Prozess-Start durch zwei Beobachter vertreten war, hofft acht Monate vor der WM im eigenen Land darauf, dass bei der Vernehmung der 170 Zeugen oder durch die Geständnisse der Angeklagten keine neuen Skandale aufgedeckt werden. Milan Sapina werden elf, Karl fünf, Marks ebenfalls fünf und Filip Sapina drei strafbare Handlungen vorgeworfen. Laut Staatsanwaltschaft soll es Manipulationsversuche bei insgesamt 23 Spielen der Regionalliga, der 1. und 2. Bundesliga, dem DFB-Pokal, bei einem Freundschaftsspiel sowie einer Partie in der höchsten türkischen Liga gegeben haben. Insgesamt soll durch den Betrug ein Schaden von über zwei Millionen Euro entstanden sein.

Hoyzer-Prozess strahlt nach Vorarlberg aus

Der Bregenzer Anwalt Nicolas Stieger erwartet sich vom Prozess keine neuen Aufschlüsse über eine mögliche Verwicklung von SW Bregenz in den deutschen Fußball-Wettskandal. Gegenüber ORF Radio Vorarlberg sagte Stieger, der den ehemaligen Bregenz-Torhüter Almir Tolja vertritt, dass den deutschen Behörden “Österreich ziemlich egal sein dürfte”. Mit dieser Aussage begründete Stieger seine Haltung, wonach er nicht glaube, “dass in Deutschland etwas passieren wird, was Österreich betrifft”.

Ob es in Vorarlberg im Fall “Tolja” je zu einem Urteil kommen wird, wollte Staatsanwalt Dr. Pflanzner nicht beantworten. Es werde weiter ermittelt, in rund einem Monat erwartet er Ergebnisse.

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