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Horror vakui

Ulrich Gabriel
Ulrich Gabriel

Von Nichts kommt nichts oder Nichts. Und doch: nichts erfüllt mich so sehr wie Nichts, denn „nichts“ bedeutet „nicht irgend etwas“, kein Ding, keine Sache, nicht das Mindeste. Kein Neubeginn. Keine Plastikwörter. Keine Reform. Aber auch kein Ende. Nichts, ein Hauch von Anarchie. Oh ja, bleib ein bisschen. Umspüle sanft die Apparatschiks. Ich schreib Nichts groß, und da ist Nichts. Als Nichts. Nichts gibt sofort. Nichts nimmt nichts. Ja, Nichts gibt. Vielen Dank. Nichts gibt mir mehr als die Tatsache, dass die Regierung weg ist. Es ist beruhigend, vor allem auch, weil es noch kurz vor dem Sommer geschehen ist. Selten habe ich mich so auf den Sommer gefreut. Vielleicht werden das die entspannendsten Sommermonate, vielleicht geht das Jahr 2019 als ein ganz besonderes in die Analen ein. Das Jahr mit dem wunderbarsten Sommer. So selten wie eine Seegfrörne am Bodensee. Ich sehe noch immer deutlich das Überraschungsbild der Bundes-Fernsehtage vor mir: wie die Regierungsbänkler aufstehen und hinausgehen, ungeordnet, ein wenig durcheinander, mit ernsten Mienen, wie nach der Messe. Ite missa est. Ein Traum! Weg sind sie. Alle nur noch von hinten. Deo gratias. Draußen sind sie. Drinnen hock nur noch ich: der Volk, vertreten von 183 Zweibeinern, veraltete Klone ihrer Parteireligionen. Dass so was Unbewegliches meine Vertreter sind, ist schwer zu ertragen. Tagtäglich veralten sie schneller. Lasst mich bloß in Ruhe im Sommer! Aber was scherts mich. Hauptsach, die da oben sind weg und die 183 Nabg werden bald auch draußen sein. Setzt euch doch bitte alle rote Käppi auf und bleibt bei Laudas Leich. Erstmals ein Sportler (?) im Stephansdom? Die Medien begraben ihre Ware im Ehrengrab. Eigentlich ist das alles nicht zu fassen, aber es war ja auch grad der Terminator mit Greta Wien. Argbold Knarzenpecker, Todbringer mit kalifornischem Federstrich, lud zum Klimagala-Dinner. Es gibt da schon Einiges, das nicht so richtig zusammengeht da oben. Dennoch bin ich stolz auf uns Öster reicher & reicher innen & außen. Das kurze Abwesende (der Regierung) erfüllt mich, das Wesenlose, Nichtige, Nichtgreifbare. Endlich ist dieses Nichts da oben da, das Etwas, dem der Inhalt, das innere Sein, das Leben fehlt, sogar der Schein. Keiner da. Lang wird’s nicht währen. Doppelnamen treiben sich bereits hörbar um: Dosko zielt, Rendi wagnert, Wolf lauert. Meinl reisingert. Kicklhofers kommen zack zack zack. Kurzautomat kriegt Batterienwechsel, Kogler färbt die Haare neu. Jetzt macht Licht aus. In Kürze beginnt das große Volken. Dann wird es wieder zäh wie immer. Aber jetzt erfreut uns Nichts.

©Ulrich Gabriel
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