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"Höllenritt der Roten Teufel"

Fußball-Österreich blickt am Sonntag auch auf den Betzenberg, wo ab 17.30 Uhr im Duell 1. FC Kaiserslautern - Arminia Bielefeld das Schicksal von FCK-Trainer Kurt Jara auf dem Spiel steht.

Mit einer weiteren Niederlage des Tabellenletzten würde dem Tiroler wohl die letzte Pfälzer Stunde schlagen. „Nur der Sieg zählt“, sagt Vorstandschef Rene C. Jäggi vor der elften Runde der deutschen Bundesliga unmissverständlich.

Jara ist sich seiner schwächelnden Position bewusst und dennoch zuversichtlich: „Ich bin ein Kämpfer. Ich werde auch so kämpfen, dass ich gegen Bielefeld nicht das letzte Mal auf der Bank sitze. Aber klar ist auch: Ein Sieg ist Pflicht“, sagt der Ex-Internationale im deutschen Fachmagazin „kicker“ vor dem wichtigen „Höllenritt der Roten Teufel“ gegen den neuntplatzierten Aufsteiger, der im Fritz-Walter-Stadion zuletzt am 15. Oktober 1997 (3:0) gewonnen hat.

Andererseits sind Schicksalspiele an herbstlichen Sonntagen kein gutes Omen für den Österreicherer. Der seit 14. Oktober 54-Jährige hat vor einem Jahr, am 19. Oktober 2003, nach einem 0:4 auf dem Betzenberg seinen letzten Dienst als Feldherr des Hamburger SV versehen. Nun, am 31. Oktober 2004, könnte nach dem Bielefeld-Spiel für ihn aufs Neue Schluss sein. Gelingt kein Befreiungsschlag, wird Jäggi erneut die Reißleine ziehen. Wie zuletzt am 2. Februar, als Erik Gerets gehen musste.

Der Schweizer steht vor dem sechsten Saison-Heimspiel der Lauterer (daheim bisher je ein Sieg und Remis sowie drei Niederlagen) hinter seinem Trainer, der zum 27. Mal in der Liga auf der FCK-Bank Platz nimmt. Jäggi unterstrich allerdings, dass seine Hilfe begrenzt ist. Um beste Voraussetzungen zu schaffen, würde er jedoch notfalls sogar Rasenstücke austauschen. Die Verantwortung im sportlichen Bereich trägt freilich ein anderer …

Was Jäggi neben finanziellen Erwägungen zögern lasse, den erst im Februar engagierten Jara zu beurlauben, seien laut „kicker“ geeignete Alternativen. In der Gerüchteküche werden jedenfalls die Namen Werner Lorant, Stefan Kuntz und Jürgen Röber genannt. Im Vergleich zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres (sechs Punkte) stehen die Kaiserslauterer zwar derzeit (sieben Zähler) minimal besser aus, doch Jaras Bilanz (acht Siege, vier Remis, 14 Niederlagen) ist negativ.

Die zwei weiteren “Ösi“-Vereine sind schon am Samstag im Einsatz. Der Burgenländer Martin Stranzl vom zweitplatzierten VfB Stuttgart muss AufSchalke das zweite und letzte Spiel seiner Sperre absitzen. Der Steirer Roman Wallner wird das Heimspiel gegen VfL Bochum wohl wieder auf der Bank von Hannover 96 beginnen.

VfL Wolfsburg verteidigt zu Hause gegen den starken Neuling MSV Mainz (Fünfter) den Ein-Punkt-Vorsprung auf den VfB, Double-Gewinner Werder Bremen (Vierter) hat den Hamburger SV im Nord-Derby zu Gast und zwischen Borussia M’Gladbach und FC Bayern kommt es zum Duell der Titelrivalen der 70er Jahre. Vor den letzten sieben Liga-Spielen des Jahres wünscht sich der München-Trainer Felix Magath ebenso viele Siege, denn „dann stehen wir wieder ganz oben in der Tabelle.“ Man darf sich doch noch Etwas wünschen …

Schon drei Trainer-Entlassungen

Vor Jaras „Endspiel“ haben in dieser Saison mit Jupp Heynckes (Schalke), Klaus Toppmöller (Hamburg) und erst vor zwei Tagen Holger Fach (Gladbach) schon drei Trainer gehen müssen. Letzterer wurde durch Horst Köppel ersetzt, der im 75. Jubiläumsduell Gladbach – Bayern nach zwölf Jahren sein Bundesliga-Comeback gibt.

Die Königsblauen und die Hanseaten haben mit dem Austausch ihrer Feldherrn den Weg nach oben wieder gefunden. Heynckes-Nachfolger Ralf Rangnick hat in vier Spielen ebenso viele Erfolge eingefahren und Thomas Doll mit dem HSV sechs Punkte aus zwei Partien geholt.

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