Harvard-Universität evakuiert Campus nach Bombendrohung - Hollande will UN anrufen

Ob die Bombendrohung ernst zu nehmen ist, ist derzeit noch unbekannt.
Ob die Bombendrohung ernst zu nehmen ist, ist derzeit noch unbekannt. ©AP
Der französische Präsident Francois Hollande will nach den Terroranschlägen von Paris den UNO-Sicherheitsrat im Kampf gegen den "Islamischen Staat" (IS) anrufen. Die Notwendigkeit der Zerstörung des IS sei eine Aufgabe der internationalen Gemeinschaft, sagte Hollande am Montag bei einer gemeinsamen Sitzung der Nationalversammlung und des Senats in Versailles. Wie indes bekannt wurde, musste die Harvard-Universität aufgrund einer Bombendrohung evakuiert werden.

Außerdem will Hollande den Ausnahmezustand in Frankreich auf drei Monate verlängern. Einen entsprechenden Gesetzentwurf werde er dem Parlament vorlegen, sagte Hollande.

Die Franzosen rief Hollande zu Einheit und Durchhaltevermögen auf. “Die Terroristen glauben, dass sich die freien Völker vom Horror beeindrucken lassen”, sagte Hollande am Montag vor den im Schloss von Versailles versammelten französischen Abgeordneten und Senatoren. “Das ist nicht der Fall.”

Hollande betonte zudem nach den Anschlägen mit mindestens 129 Toten, Frankreich befinde sich nicht in einem “Krieg der Zivilisationen”, sondern in einem “Krieg gegen den jihadistischen Terrorismus, der die ganze Welt bedroht”. Er forderte eine baldige Sitzung des UNO-Sicherheitsrats, um eine Resolution zum Kampf gegen den IS zu verabschieden.

Unter den Opfern der Anschläge von Paris sind nach Angaben von Präsident Hollande mehrere Dutzend Ausländer. Es gebe Opfer aus 19 Ländern, sagte er. Frankreichs Weltoffenheit sei ins Visier genommen worden.

Er erklärte, die Attentate vom Freitagabend seien in Syrien entschieden und geplant worden. “Sie wurden in Belgien organisiert”, so Hollande weiter.

Schärfere Sicherheitsgesetze

Hollande will die Sicherheitsgesetze in Frankreich verschärfen. Ausländer, die eine Gefahr für die nationale Sicherheit darstellten, sollten schneller abgeschoben werden können, sagte der Staatschef am Montag vor den beiden Parlamentskammern in Versailles weiter.

Zudem solle es möglich sein, Franzosen die Staatsbürgerschaft abzunehmen, wenn sie wegen eines Angriffs auf “fundamentale Interessen der Nation” verurteilt worden seien – vorausgesetzt, dass sie noch eine weitere Nationalität haben. Doppelstaatsbürgern solle auch die Einreise verweigert werden können, wenn sie ein Terror-Risiko darstellten. Außerdem sollten Strafen deutlich verschärft werden.

Dem französischen Parlament soll am Mittwoch ein Vorschlag für die Verlängerung des Ausnahmezustands vorgelegt werden. Der ohne Parlamentsabstimmung auf zwölf Tage begrenzte, laufende Ausnahmezustand soll auf drei Monate verlängert werden. Hollande rief Nationalversammlung und Senat auf, noch in dieser Woche darüber abzustimmen.

Harvard-Universität evakuiert Campus nach Bombendrohung

Wie “focus.de” berichtet, wurden vier Gebäude evakuiert, nachdem eine Bombendrohung einging. Ob diese ernst zu nehmen ist, sei derzeit noch unklar. Die Drohung beziehe sich auf das Wissenschaftszentrum, den Server sowie zwei Säle des Campus in Massachusetts, berichtet “focus.de” weiter.

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(APA)

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