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Hohe Armutsgefährdung bei Alleinerziehenden

Viele Alleinerziehende - vor allem Mütter - befinden sich auf einer ständigen Gratwanderung zwischen Leben und Überleben.

Besonders eine hohe Armutsgefährdung sei gegeben, daneben sei ein Rückgang der Vollzeit-Erwerbstätigkeit festzustellen: Das sind Eckpunkte einer Befragung unter Alleinerziehenden, die vom Verein Alleinerziehender Mütter und Väter in Salzburg 2008 durchgeführt wurde und von der Geschäftsführerin des Vereins, Astrid Lüttich, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Salzburg vorgestellt wurde.

40 Prozent der Befragten müssten mit einem Monatsbudget von unter 1.300 Euro netto (inklusive aller Transferzahlungen wie Familienbeihilfe oder Alimentationszahlungen) auskommen, ein weiteres Viertel mit unter 1.600 Euro pro Monat – und das, obwohl sie hoch qualifiziert seien, so Lüttich. Noch deutlicher werde die finanziell angespannte Situation der Alleinerziehenden nach Haushaltsgröße: 18 Prozent der Alleinerziehenden mit einem Kind haben ein Einkommen von bis zu 1.000 Euro pro Monat und lägen damit deutlich unter der Armutsgefährdungsschwelle von 1.161 Euro für 2005. Weitere 24 Prozent lägen mit bis zu 1.300 Euro nur knapp darüber, fast die Hälfte der befragten Mütter mit einem Kind sei arm oder armutsgefährdet, unterstrich Lüttich.

Noch drastischer sei die Situation der Frauen mit zwei Kindern: 42 Prozent lägen deutlich unter der Armutsgefährdungsschwelle von 1.429 Euro monatlich, weitere 27 Prozent mit 1.600 Euro nur knapp darüber. 69 Prozent der befragten Mütter seien arm bzw. nahe der Armutsgefährdungsschwelle.

Der Anteil der Vollzeitbeschäftigten sei im Vergleich zu 2004 deutlich zurückgegangen, und zwar von 42 auf 27 Prozent. Etwas mehr als die Hälfte (52 Prozent) arbeiteten Teilzeit zwischen 20 und 34 Stunden. Es sei anzunehmen, dass Frauen sich für eine Teilzeitbeschäftigung entscheiden würden, um den Alltagsdruck aus Beruf, Kinderbetreuung und Haushalt zu entkommen. Alleinerziehende Frauen seien, um ihrer Arbeit nachgehen zu können, auf Kinderbetreuung angewiesen, die jedoch ein wesentlicher finanzieller Belastungsfaktor für den Ein-Eltern-Haushalt wären. Ein Viertel der Mütter zahle bis zu 20 Prozent ihres Einkommens, 28 Prozent bis zu zehn Prozent. “Sozial gestaffelte Kosten für die Kinderbetreuung sind daher für 43 Prozent der Befragten sehr wichtig. Durchgehende Ferienöffnungszeiten stehen ebenfalls für 43 Prozent ganz oben auf der Wunschliste der Mütter. Gestiegen ist auch der Bedarf nach ganztägigen Öffnungszeiten von 18 Prozent im Jahr 2004 auf 22 Prozent im Jahr 2008”, sagte die Geschäftsführerin des Vereins.

Die Stadt Salzburg habe Maßnahmen zur Verbesserung der Lebenssituation Alleinerziehender getroffen, stellte Bürgermeister Heinz Schaden (S) fest. Mit Herbst 2008 werde das Angebot im Kindergartenbereich um 50 auf nunmehr 2.172 Plätze erhöht, Hortplätze stünden 869 zur Verfügung. Zudem wurden 31 neue Planstellen für Kindergartenpädagogen geschaffen. Ein Kindergartenplatz für ein Kind kostet monatlich 90 Euro zuzüglich 47 Euro Essensbeitrag, der Hortbeitrag für ein Kind beträgt 74,50 Euro. “Ermäßigungen und Befreiungen vom Besuchsbeitrag werden abhängig vom Einkommen auf Antrag gewährt, und berufstätige Alleinerziehende werden bei der Platzvergabe vorgereiht”, so Schaden.

In der schulischen Nachmittagsbetreuung sei der Anstieg an Angeboten am deutlichsten: 2004 gab es 735 Plätze, 2007 bereits 1.115 – ein Anstieg von 52 Prozent. Auch hier seien die Tarife sozial je nach Einkommenssituation gestaffelt (bis zu 100 Prozent Kostennachlass): Alleinerzieherinnen müssen erst ab einem Netto-Jahreseinkommen von 18.400 Euro (1.533 Euro monatlich) den vollen Beitrag von monatlich 74,50 Euro entrichten: Verdient die Alleinerzieherin weniger als 11.474 Euro im Jahr (956 Euro netto monatlich), ist überhaupt kein Betreuungsbeitrag zu entrichten, erläuterte der Bürgermeister.

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