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Hofer vor Hofburg-Einzug - Van der Bellen und Griss mögliche Gegner

Erstmals Bundespräsident weder aus rotem noch schwarzem Lager
Erstmals Bundespräsident weder aus rotem noch schwarzem Lager ©APA
Österreichs Staatsoberhaupt wird in den kommenden Jahren erstmals nicht von einem Vertreter von SPÖ und ÖVP gestellt. Denn in der ersten Runde der Hofburg-Wahl setzte sich der freiheitliche Kandidat Norbert Hofer deutlich an die Spitze. Um den zweiten Platz in der Stichwahl in vier Wochen gibt es ein enges Duell zwischen dem Grünen Alexander Van der Bellen und der Unabhängigen Irmgard Griss.

Hofer liegt in den Hochrechnungen von ARGE Wahlen und SORA jeweils bei rund um die 37 Prozent und damit meilenweit über den Werten, die die Meinungsforscher für den Dritten Nationalratspräsidenten erwartet hatten. Top-Favorit Alexander Van der Bellen rangiert bei beiden Instituten zwar vor Griss, aber noch innerhalb der Schwankungsbreite. Beide dürften rund um die 19 Prozent erreichen.

Briefwahl-Stimmen könnten über Stichwahl entscheiden

Durchaus möglich ist daher, dass erst am Montag durch die Briefwahl-Stimmen entschieden wird, wer die Chance auf den Hofburg-Einzug gewahrt hat. Klar ist, dass die Kandidaten von SPÖ und ÖVP, Rudolf Hundstorfer bzw. Andreas Khol gescheitert sind. Sie liefern sich bei etwa elf Prozent ein enges Rennen um Rang vier. Baumeister Richard Lugner musste sich mit rund 2,5 Prozent begnügen und machte dafür unter anderem seinen Kasperl-Wahlkampf verantwortlich.

Strache sieht “politisch neues Zeitalter aufgeschlagen”

Der freiheitliche Generalsekretär und Wahlkampf-Leiter Herbert Kickl nannte Hofers Abschneiden ein historisches Ergebnis für die FPÖ, womit er recht hat. Noch nie hatten die Freiheitlichen bis heute bei einer Bundes-Wahl die 30 Prozent-Marke übersprungen, Parteichef Heinz-Christian Strache so “ein politisch neues Zeitalter aufgeschlagen”.

Grüne hoffnungsfroh

Bei den Grünen zeigte man sich hoffnungsfroh, den ehemaligen Bundessprecher Van der Bellen in die Stichwahl zu bekommen. Sollte das nicht gelingen, werde man aber Griss gegen Hofer unterstützen, versicherte Wahlkampf-Manager Lothar Lockl. Die ehemalige Höchstrichterin, die mit dem Vergessen eines Ausweises bei der Stimmabgabe für das Kuriosum des Wahltages sorgte, sah sich unabhängig vom letztlichen Wahlausgang als Siegerin. Tatsächlich war noch nie bei einer Hofburg-Wahl einem unabhängigen Kandidaten solch ein gutes Ergebnis gelungen und das bei deutlich geringerem Budget als die Konkurrenz.

Absolutes Desaster für SPÖ und ÖVP

Eine bittere Wähler-Pille zu verdauen hatten die Großparteien. SPÖ-Bundesgeschäftsführer Gerhard Schmid sprach von einer “sehr schmerzlichen Niederlage”. Personelle Konsequenzen werde es aber keine geben, habe die SPÖ Hundstorfer doch einstimmig als Kandidaten aufgestellt. VP-Generalsekretär Peter McDonald meinte: “Wir haben heute einen Erdrutsch erlebt, der die gesamte politische Mitte in Österreich nachdenklich stimmen muss.” Wahlempfehlung der ÖVP in der Stichwahl wird es keine geben, Neuwahlen auch nicht, wenn es nach Klubchef Reinhold Lopatka geht.

Strolz: Österreich hat die Nase gestrichen voll

Begeistert an die FPÖ biederte sich bereits das Team Stronach an. Dessen Klubchef Robert Lugar zeigte sich “glücklich” über den Vorsprung Hofers. NEOS-Chef Matthias Strolz, der Griss unterstützt hatte, interpretierte den Ausgang der Wahl derart, dass “Österreich die Nase gestrichen voll vom rot-schwarzen Machtkartell hat”. (APA)

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