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Hochwasser sucht Alpenländer heim

Die Alpenländer werden von einer der schlimmsten Hochwasserkatastrophen seit langem heimgesucht. Allein in der Schweiz kamen fünf Menschen ums Leben.

Mehrere Alpentäler und Landstriche im bayerischen Voralpenland waren von der Außenwelt abgeschnitten. Tausende Menschen mussten zur Sicherheit ihre Häuser verlassen. Die Schäden gingen in die Millionen.

Das bayerische Umweltministerium sprach von einem „Hochwasser, das nur alle 300 Jahre vorkommt“. Es habe die Dimensionen des Pfingsthochwassers 1999 an vielen Stellen „ganz deutlich überschritten“, sagte Ministeriumssprecherin Sandra Brandt. In mindestens sieben bayerischen Kommunen wurde Katastrophenalarm ausgelöst.

Die Wassermassen rissen ganze Brücken aus Betonverankerungen, Erdrutsche blockierten Bahnstrecken und Straßen. Am Nachmittag waren noch viele Pegel im Freistaat am Steigen, Personen kamen jedoch nicht zu Schaden. Tausende Helfer von Feuerwehr, Rettungsdiensten, THW und Bundeswehr waren im Einsatz. Neben zahlreichen Schienenstrecken musste auch die Autobahn 8 bei Augsburg wegen einer unterspülten Brücke voll gesperrt werden. Es bildeten sich kilometerlange Staus.

Auch der Rhein musste wegen Hochwassers zwischen Iffezheim und Germersheim für die Schifffahrt gesperrt werden. Laut Wasserschutzpolizei überschritt der Pegel in Karlsruhe-Maxau den Stand von 7,50 Metern.

Im Schweizerischen Dürnten (Kanton Zürich) wurde eine männliche Leiche aus dem Dorfbach geborgen, in Graubünden ertrank eine 72-jährige Frau in der Landquart. In Brienz kam eine Jugendliche ums Leben, eine junge Frau wurde schwer verletzt. Bereits am Montag waren zwei Feuerwehrleute in Entlebuch (Kanton Luzern) tödlich verletzt worden. Die Nord-Süd-Achse via Gotthard war am Dienstag für den Bahn- und Straßenverkehr komplett unterbrochen.

Mehrere Gemeinden waren von der Umwelt abgeschnitten und mussten aus der Luft versorgt werden. Zudem viel vielerorts der Strom aus. Die Schweizer Behörden schätzten die Schäden auf umgerechnet rund 65 Millionen Euro. Die Niederschläge in der Schweiz erreichten Rekordwerte. In Meiringen (Kanton Bern) fielen laut Wetterdienst MeteoSchweiz bis Dienstag früh binnen 48 Stunden 205 Liter Wasser pro Quadratmeter.

Im Nordwesten Bulgariens wurde bei neuen Unwettern ein Mann vom Blitz erschlagen, wie der Zivilschutz am Dienstag mitteilte. Dutzende Ortschaften der Region Montana wurden überflutet. Sechs Verwaltungsbezirke, darunter Teile der Hauptstadt Sofia, riefen den Notstand aus. In den vergangenen drei Monaten sind bei Überschwemmungen in Bulgarien mindestens 25 Menschen ums Leben gekommen. Auch im Grenzgebiet zwischen Kroatien und Slowenien gab es Überflutungen.

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