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Hochwasser: 70 Mio. Euro Schaden

Quelle: VLK
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Unter diesem Motto hat das Land Vorarlberg 30 Mio. Euro bereitgestellt. Landeshauptmann Sausgruber bezifferte den Schaden an Infrastruktur mit 70 Mio. Euro.

Die Vorarlberger Landesregierung hat am Dienstag eine Zwischenbilanz über die Hochwasserkatastrophe der vergangenen Woche gezogen. Landeshauptmann Herbert Sausgruber (V) bezifferte den Schaden an der Infrastruktur nach Schätzungen von Experten mit „etwas über 70 Millionen Euro“. Für den Privat- und Unternehmensbereich wollte Sausgruber noch keine Zahl bekannt geben. Der Schaden werde aber wahrscheinlich geringer ausfallen als der erste Eindruck vermuten ließ. Von der Landesregierung wurde eine Soforthilfe in Höhe von 30 Mill. Euro beschlossen.

„Das wird uns in die Lage versetzen, im privaten und Unternehmensbereich das Notwendige zu tun und auch im Infrastrukturbereich die Arbeiten mit Hochdruck weiterzuführen“, sagte Sausgruber nach der Regierungssitzung. Der Landeshauptmann versprach neue Anstrengungen in den betroffenen Gebieten, um den Hochwasserschutz zu erhöhen. Nach Angaben von Sausgruber waren landesweit mehr als 6.000 Feuerwehrmänner, 110 Helfer des Roten Kreuzes, 450 Mann der Berg- und Wasserrettung sowie 730 Soldaten im Einsatz. „Die Vorarlberger Einsatzstrukturen funktionieren“, betonte Sausgruber.

Angesichts der Dimension des Hochwassers sagte Sausgruber, dass eine Diskussion über das Niveau des Hochwasserschutzes zu führen sein werde. Es werde ein „vernünftiges Maߓ zu finden sein, das umgesetzt und finanziert werden könne, so Sausgruber. Der Wasserwirtschaftsreferent der Vorarlberger Landesregierung, Dieter Egger (F), pflichtete Sausgruber bei und meinte, man dürfte die Augen vor den Klimaveränderungen nicht verschließen. In den vergangenen sechs Jahren sei an der Bregenzer Ach drei Mal ein hundertjähriges Hochwasserereignis aufgetreten.

Umwelt-Landesrat Erich Schwärzler (V) stellte fest, „dass die Bauwerke zu 100 Prozent gehalten haben“. In Bergregionen sei technisch nicht alles machbar, es bleibe ein Restrisiko, mit dem man leben müsse. Es gelte aber, die Bachbeete nicht isoliert zu betrachten, sondern auch die Umgebung des Bachbeets. Egger trat neben technischen Maßnahmen ebenfalls dafür ein, „dem Fluss den Raum zu geben, den er braucht“. Seit dem Hochwasser von 1999 seien die Mittel zum Hochwasserschutz verdreifacht worden. „So konnte noch größerer Schaden vermieden werden“, sagte Egger. Hinsichtlich möglicher Interessenskonflikte stellte Schwärzler klar: „Die Landwirtschaft wird Sicherheitspartner sein.“

Erfreuliches wusste Sausgruber von den Instandsetzungsarbeiten an der Arlberg-Schnellstraße S16 zu berichten. Bereits in der zweiten Hälfte der nächsten Woche könnte die S16 wieder geöffnet werden, bezog sich Sausgruber auf die Asfinag. Schon ab Montag sollte Regionalverkehr über den Arlberg wieder möglich sein.

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