Hoch explosive Fliegerbombe im Bodensee

Altenrhein - Beim Objekt, das Sporttaucher am Donnerstag im Bodensee vor Altenrhein gefunden haben, handelt es sich tatsächlich um eine scharfe Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Das haben Experten der Schweizer Armee bestätigt.

Fliegerbombe ist scharf – Sperrzone vor Staad signalisiert

Am Donnerstagmorgen hat die Einheit für Kampfmittelbeseitigung der Armee (Kamir) in Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei St. Gallen die von Horner Sporttauchern im Bodensee vor dem benachbarten Staad gefundene Fliegerbombe lokalisiert. Zwei Kamir-Spezialisten haben die Bombe teilweise freigelegt und vermessen. Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich um eine Fliegerbombe von 125 Zentimetern Länge und einem Durchmesser von 42 Zentimetern. Um welchen Typ es sich genau handelt, mit was für Sprengstoff die Fliegerbombe bestückt ist und mit welchem Zündsystem sie ausgestattet ist, darüber konnte die Kamir nach dem Tauchgang noch keine Auskunft gegen. Die Spezialisten für Kampfmittelbeseitigung gehen aber davon aus, dass es sich um eine scharfe Bombe handelt.

Sperrzone eingerichtet

Aus diesem Grund wurde eine Sperrzone von fünfzig Metern mit Bojen signalisiert und ein Durchfahrts-, Anker- und Tauchverbot erlassen. Laut dem federführenden Oberleutnant handelt es sich um ein hochexplosives Objekt: “Wer sich nicht an das Tauchverbot hält und die Fliegerbombe berührt, spielt mit seinem Leben.” Ob die Fliegerbombe entschärft werden kann oder ob sie an Ort gesprengt werden muss, kann erst nach Auswertung der vorliegenden Bilder und Daten durch die Kamir entschieden werden.

Großräumige Evakuierung

Muss der vermutlich von einem britischen Bomber im See “entsorgte” Blindgänger tatsächlich gesprengt werden, so muss aufgrund der Sprengkraft der 500-Kilo-Bombe ein Gebiet im Umkreis von drei Kilometern geräumt werden. Laut Polizeisprecher Hans Peter Eugster werden sich die Kantonspolizei St. Gallen und andere Organisationen angesichts dieses Umstandes Gedanken über eine grossräumige Evakuation machen müssen. Betroffen davon wären Staad/Altenrhein, Airport, Bahnlinie sowie Teile von Rorschacherberg und Rorschach.

Mit einer Fliegerbombe dieser Dimension waren die Schweizer Behörden bisher noch nie konfrontiert. Aus diesem Grund hat die Einheit für Kampfmittelbeseitigung um Amtshilfe in Deutschland angesucht. Dort werden jährlich mehrere tausend Fliegerbomben gefunden und entschärft, weshalb die Erfahrung im Umgang entsprechend gross ist.

Zu der 500 Meter vom Ufer entfernt liegenden Fliegerbombe wurden die Taucher am Donnerstag vom Finder, dem 25jährigen Christian Uhland vom gleichnamigen Tauchshop in Horn, geführt. Während der Untersuchung durch die beiden Sprengstoffexperten mussten sämtliche Boote einen Sicherheitsabstand von einem Kilometer einhalten.

(St. Galler Tagblatt/ Rudolf Hirtl)

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