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Hände weg von unseriösen Hundezüchtern!

Schwarzach - Er scheint schwer in Mode gekommen zu sein, der Anatolische Hirtenhund. Die Auswahl des richtigen Züchters ist aber sehr wichtig!

Schüchtern schmiegt sich die Kangal-Hündin an den Tierheim-Tierarzt Heinrich Streißlberger. Er beginnt sie zu streicheln. Sofort sinkt sie auf den Boden, legt sich auf den Rücken und genießt die Zuwendungen in vollen Zügen. Ein Kontrolltermin ist angesagt. Der Körper ausgemergelt, das Gesäuge unnatürlich vergrößert. Dabei hat sich der Gesundheitszustand der Kangal-Hündin innerhalb weniger Tage schon bedeutend verbessert. Die beginnende Brustentzündung ist abgewendet. Sie hat sogar schon an Gewicht zugenommen.

Die Hündin ist ein Parade-Beispiel einer unseriösen Züchter-Haltung aus dem Unterland. Erst zwei Jahre alt, hatte sie bereits zwei Würfe.

„Viel zu früh“, meint der oberösterreichische Kangal-Züchter und Schafherden-Besitzer, Johann Mayrhofer bei Rückfragen des Vorarlberger Tierschutzheimes. Bereits seit 12 Jahren züchtet er Anatolische Hirtenhunde. „Keine meiner Hündinnen wird vor drei Jahren das erste Mal gedeckt“, erklärt er. Ihr Wesen ist dann erst fertig ausgebildet. Und mehr als ein Wurf pro Jahr ist für die Hündin nicht zumutbar“, ereifert er sich.

Schwierige Haltung

Angelehnt an das Ursprungsland und die Tatsache, dass es sich bei den Anatolischen Hirtenhunden um Arbeitstiere handelt (siehe Info-Kasten rechts), ist der Kangal absolut nicht für reine Stuben- oder Wohnungshaltung geeignet. Die gemischte Haltung Haus/ Garten ist ebenfalls zu hinterfragen.

„Mit der Erziehung meines ersten Kangals bin ich schwer eingefahren“, erzählt der oberösterreichische Züchter. „Da ich schon viele Jahre vorher Schäferhunde hatte, meinte ich selbstbewusst, dass dies keine Probleme machen würde. Doch weit gefehlt! Ich machte so ziemlich alles falsch, was falsch zu machen ist“, erinnert er sich. Die richtige Erziehung und Haltung eines Kangals erfordert großes Hintergrundwissen und Erfahrung.

Landen in Tierheimen

Da der Anatolische Hirtenhund zur Zeit eine „Mode-Erscheinung“ ist, entscheiden sich immer mehr Tierliebhaber für ihn. Das Ergebnis: Sobald sie mit diesem Riesen nicht mehr fertig werden, landen sie in Tierheimen. Allein in den letzten zwei Monaten waren es drei, und das nur in Vorarlberg.

Der Kangal ist ein großrahmiger, kräftiger Hirtenhund mit breitem, kräftigem Kopf und einem dichten Haarkleid. Trotz seiner Größe muss er schnell und ausdauernd sein. Erst dies ermöglicht es ihm, Begleiter der Herden zu werden. Auch heute noch ist der Kangal in seiner Heimat ein sehr selbstständig arbeitender Hund, der nie oder kaum Anweisungen der Hirten braucht. Anders als in unseren Breitengraden steht im Mittelpunkt der Zucht immer die Arbeitsfähigkeit. In den Dörfern Anatoliens lebt der Kangal ohne Zwinger und Zäune. Hunde, die sich übermäßig aggressiv Menschen oder anderen Nutztieren gegenüber verhalten, werden nicht toleriert und getötet.

ANATOLISCHER HIRTENHUND

Der Kangal stammt von Hunden Zentralasiens und vom Westen der Türkei ab. Ab dem 16. Jahrhundert hatte der Anatolische Hirtenhund einen festen Platz im Osmanischen Reich. 1965 wurde das erste Kangal-Paar nach England exportiert. 1968 in die USA. Seitdem ist der Einzug in alle Kontinente nicht mehr aufzuhalten.

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