Page 1Page 1 CopyGroupGroupPage 1Combined ShapePage 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1 VNVorarlberger Nachrichten Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

Hitler ist Ehrenbürger in Waidhofen und Amstetten

Aufregung gibt es in Amstetten und Waidhofen a.d. Ypps. Adolf Hitler ist dort nach wie vor "Ehrenbürger".

Die Ehrenbürgerschaft Adolf Hitlers sorgt in Amstetten derzeit für Aufregung. Anlässlich der bevorstehenden 900-Jahr-Feier der Bezirksstadt haben die Grünen auf die Problematik aufmerksam gemacht und die Löschung beantragt. Die SPÖ unter Bürgermeister Herbert Katzengruber will nun in der Gemeinderatssitzung am Dienstag einen Dringlichkeitsantrag auf Widerruf der Ehrenbürgerschaft einbringen, sagte Katzengruber zur APA. Dass Hitler noch Ehrenbürger ist, sei auf jeden Fall seit 1996 bekannt, meinte der Grüne Gemeinderat Raphael Lueger, der die Sache am Wochenende ins Rollen gebracht hatte. Damals hatte die Stadt einen Historiker mit einer Festschrift über die Gemeinde beauftragt, in der das nachzulesen war. Da dies den Verantwortlichen aber nicht gefiel, so Lueger, sei die Schrift dann aus dem Verkehr gezogen worden.

Ehrenbürgerschaft erlischt mit dem Tod?

Es gebe Rechtsgelehrte und Historiker, die der Meinung seien, dass die Ehrenbürgerschaft mit dem Tod erlischt, erklärte der Bürgermeister diesbezüglich. Daran habe man sich gehalten und deswegen nicht eigens die Löschung beantragt. Mit dem heutigen Dringlichkeitsantrag – “die Begründung dafür ergibt sich eh von selbst” – wolle man endlich einen Schlussstrich unter die Sache setzen und hoffe auf “breite Zustimmung”. Hitler ist aber nicht der einzige umstrittene Ehrenbürger der Stadt. Auch Paul Scherpon, NS-Landrat und nach dem Krieg unter der SPÖ Vizebürgermeister der Gemeinde, möchten die Grünen die Ehrbezeichnung aberkennen lassen. Hier bremst Katzengruber: Es gebe zwar einen “eindeutigen” Brief, in dem sich Scherpon dahingehend äußere, dass die Juden “weg aus der Stadt und ihrer Bestimmung zugeführt werden sollen”, aber es gebe auch Zeitzeugen, die der Meinung seien, dass “das zwar ungeschickt geschrieben ist, aber gar nicht so war”. Man wolle daher zuvor einen Historiker mit der Durchleuchtung der Person beauftragen. “Das ist fair. Noch gibt es Zeitzeugen, die ihn gekannt und mit ihm gearbeitet haben”, betonte der SPÖ-Politiker.

Hitler nicht einziger umstrittener Ehrenbürger

Seit den Berichten mehrerer Medien in den vergangenen Tagen wird Katzengruber mit Anrufen und E-Mails bombardiert. Die Reaktionen würden von Empörung bis zu “Habt ihr keine anderen Sorgen” reichen, meinte er. Er habe auch schon mehrfach Hinweise auf andere Gemeinden bekommen, in denen Hitler ebenfalls Ehrenbürger sein soll. Ein Durchforsten der Archive in den kommenden Tagen könnte hier noch einiges an Tageslicht bringen, vermutete er. Auch in Waidhofen a.d. Ybbs (Bezirk Amstetten) soll Adolf Hitler noch Ehrenbürger sein. An eine Aberkennung dieses Status denkt man dort aber nicht. “Wir hatten das Thema schon vor ein paar Jahren”, hieß es auf APA-Nachfrage am Dienstag im Magistrat. Man habe daraufhin eine Rechtsmeinung einholen lassen, derzufolge es sich bei einer Ehrenbürgerschaft um ein “höchstpersönliches Recht handelt, das mit dem Tod erlischt”. Ein Widerruf sei daher rechtlich gar nicht möglich, wurde betont. (Quelle: APA)

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Welt
  • Hitler ist Ehrenbürger in Waidhofen und Amstetten
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen