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Historisches zur Landtagswahl

Die Vorarlberger Landtagswahlen seit 1945 stehen ganz im Zeichen der Volkspartei, die die anderen Parteien immer auf Abstand hielt. Waren die Ergebnisse der Ländle-Landtagswahlen von 1959 bis 1979 nur durch geringfügige Prozentverschiebungen geprägt, brachte der Einstieg der Grünen 1984 Leben in die politische Landschaft.

Mit ÖVP, SPÖ, FPÖ und Grünen schafften bisher vier Fraktionen den Einzug in das Vorarlberger Landesparlament.

Erst bei der Landtagswahl 1999 verlor die Volkspartei die absolute Mandatsmehrheit, die sie seit 1945 gehalten hatte. Mit 45,76 Prozent Stimmenanteil erreichte sie nur noch 18 von 36 Mandaten und musste eine Koalition mit der FPÖ eingehen. 1994 hatte sie erstmals knapp die absolute Stimmenmehrheit verpasst (49,95 Prozent). Davor konnte die ÖVP im 36-sitzigen Landtag (ab 1959, zuvor 26 Sitze) stets mindestens 20 Mandate für sich verbuchen. Seit 2004 verfügt die Volkspartei wieder über mehr als 54 Prozent Stimmenanteil und 21 Mandate.

Nachdem die 50-Prozent-Marke bereits 1969 gewackelt hatte, erholte sich die ÖVP und baute ihren Stimmenanteil bei den folgenden Wahlen wieder auf bis zu 57 Prozent aus. Ab 1984 pendelte sich die Volkspartei in der Nähe der 50 Prozent ein, bis sie 1994 knapp und 1999 schließlich klar darunter fiel. Keine andere Partei als die ÖVP erreichte in Vorarlberg je mehr als 30 Prozent. Mit 29,54 Prozent verfehlte die SPÖ diesen Wert 1964 nur knapp.

Am nächsten kam der ÖVP bisher die FPÖ, allerdings immer noch mit einem Respektabstand von über 18 Prozentpunkten (1999). Seit 1949 sind die Freiheitlichen ohne Unterbrechung im Vorarlberger Landtag vertreten, von 1994 bis 2004 als zweitstärkste Fraktion. Die Landtagswahl 1999 ging als Höhepunkt in die Geschichte der FPÖ ein. Mit 27,41 Prozent Stimmenanteil war sie der große Wahlsieger und hauptverantwortlich für das Fallen der ÖVP-Absolutmehrheit. Der Wahlgang 2004 erwies sich dann aber als bitter für die Freiheitlichen: Sie verloren 14,5 Prozentpunkte, von den elf Mandaten von 1999 blieben fünf. Ihren schwärzesten Tag hatte die FPÖ jedoch 1984 erlebt, als sie hinter den erstmals kandidierenden Grünen nur auf Platz vier kam und gerade noch die Zehn-Prozent-Marke schaffte.

Jahrzehntelang waren die Sozialdemokraten als zweitstärkste politische Kraft in Vorarlberg etabliert. Zwischen 1954 und 1989 bewegte sich die SPÖ stets zwischen 21 und knapp 30 Prozent, für mehr als zehn Mandate reichte es aber nie. Stark zurückgefallen ist die SPÖ in den 1990er-Jahren, als sie die 20-Prozent-Marke zweimal klar verpasste und hinter die FPÖ auf den dritten Platz rutschte. Bei der für die SPÖ katastrophalen Wahl 1999 erreichte sie nicht einmal mehr die Hälfte der FPÖ-Stimmen. 2004 konnten sich die Vorarlberger Sozialdemokraten erholen und mit sechs Mandaten (16,87 Prozent) wieder zweitstärkste Kraft im Land werden.

Der Einstieg der Grünen in den Vorarlberger Landtag war fulminant: Unter dem Bregenzerwälder Kaspanaze Simma zog die Vorarlberger Grün-Bewegung als erste überhaupt in einen österreichischen Landtag ein und überholte mit genau 13 Prozentpunkten Stimmenanteil auf Anhieb die FPÖ. Dieser Erfolg sollte allerdings der größte bleiben. Bei den folgenden Wahlen wurden die Grünen zwar immer wieder in den Landtag gewählt, über drei Mandate bzw. 7,76 Prozent kamen sie aber bis 2004 nicht hinaus. Vor fünf Jahren knackten die Grünen dann erstmals die Zehn-Prozent-Hürde und konnten mit 10,17 Prozent der Wählerstimmen ihre bisher zwei Mandate auf vier verdoppeln.

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