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Hirscher peilt ersten Wengen-Sieg auf falscher Slalompiste an

©AFP
Marcel Hirscher hat seinen ersten Sieg in Wengen fest ins Visier genommen. Wenngleich ihm auch heuer der erste Erfolg auf der klassischen Slalom-Strecke verwehrt bleiben wird, findet der Torlauf doch auf dem unteren Teil der Abfahrtspiste statt (10.30/13.30 Uhr/live ORF eins). Im Disziplinweltcup liegt der Salzburger 40 Punkte hinter dem dreifachen Saisonsieger Henrik Kristoffersen aus Norwegen.
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“Es ist schade, dass der Slalomsport nicht so transportiert wird, wie er es verdient hat und was er hergibt”, kommentierte Hirscher die Verlegung des Slaloms, die wegen Schneemangels im Vorfeld der Lauberhornrennen getroffen worden war. Letztlich sind aber alle froh, dass es überhaupt Rennen gibt, musste doch erst vergangene Woche der Riesentorlauf in Adelboden witterungsbedingt abgesagt werden.

“Wir wären gern auf der anderen Seite, weil es der originale Hang ist, mit Charakter. Aber okay, es ist halt nicht so”, sagte ÖSV-Herren-Rennsportleiter Andreas Puelacher. “Es ist ein richtig lässiger Slalomhang mit Historie. Einmal links bei einem Stadl vorbei, einmal rechts. Insgesamt sehr schwierig, was Marcel zugutekommen würde. Aber ich habe kein Problem mit der Verlegung auf die Abfahrt, weil wir Rennen wollen und keinen Slalom sausen lassen wollen.”

Außerdem könne Marcel alles. “Santa Caterina war auch nicht steil, aber sehr schwierig. Und Marcel hat gewonnen. Vom Sportlichen her ist es mir eigentlich egal”, meinte Puelacher. Zudem ist die Piste hart und eisig, wie die Kombinierer bereits testen durften.

Hirscher (4), Kristoffersen (4), Alexander Choroschilow (RUS/2), Felix Neureuther (GER/1) und Marco Schwarz (AUT/1) haben sich in den bisherigen vier Saisonslaloms die Podestplätze untereinander ausgemacht. Zuletzt in Adelboden war Hirscher zwar zum dritten Mal in dieser Saison hinter Kristoffersen Zweiter, er sah sich aber nahe dran an dem Norweger. “Vielleicht kann ich das Blatt wenden. Wenn nicht, bin ich auch mit Platz zwei zufrieden.”

Hirscher stand in Wengen bisher dreimal auf dem Podest, zweimal als Zweiter (2011, 2013) und einmal als Dritter (2014). Vergangenes Jahr schied er im ersten Durchgang nach einem Einfädler aus, den Sieg schnappte sich bei dichtem Schneetreiben der Deutsche Felix Neureuther vor Stefano Gross (ITA) und Kristoffersen. Bester Österreicher war Reinfried Herbst als 13. Insgesamt war es das schlechteste Wengen-Ergebnis für Österreich.

Bei einem Sieg würde Hirscher Landsmann Benjamin Raich im Gesamt-Ranking an Weltcup-Erfolgen überflügeln und mit 37 alleiniger Sechster sein. Drei Siege würden dann nur noch auf den Schweizer Pirmin Zurbriggen fehlen. In Führung liegt der Schwede Ingemar Stenmark (SWE) mit 86 vor dem Salzburger Hermann Maier (54). Kristoffersen würde bei Platz eins mit Finn Christian Jagge gleichziehen, der den norwegischen Rekord an Slalom-Weltcupsiegen mit sieben hält.

Hirscher hat sich auf der Reiteralm – durchwegs auf eisigen Verhältnissen – vorbereitet, die anderen Slalomfahrer in Steinach am Brenner. Eigentlich wäre der Plan gewesen, in Kitzbühel zu trainieren, aber der Hang war wegen des Neuschnees nicht bereit. Das erste Abfahrtstraining für das Hahnenkammrennen wird dort Dienstag oder Mittwoch stattfinden.

Über die bisherigen Slalom-Saison-Leistungen seiner Teamkollegen freute sich auch Hirscher. Top-20-Ränge haben bisher Marco Schwarz (3., 18.), Manuel Feller (6., 16.), Marc Digruber (9., 15.) und Michael Matt (19., 20.) erreicht. “Ich habe das Gefühl, dass wir wieder eine Mannschaft sind. Herr Pfeifer bringt da eine gute Slalommannschaft nach”, sagte Hirscher über Slalom-Chef Marko Pfeifer. Er selbst trainiert mit Michael Pircher.

Anders als geplant absolvierte der Salzburger unter der Woche kein Super-G-Training. “Wir haben nur Slalom gemacht, wir haben da noch etwas zu erledigen gehabt”, erklärte sein Coach Pircher und fügte an, dass man wieder einen Schritt nach vorne gemacht habe. “Wenn möglich wird Marcel am Dienstag oder Mittwoch Super-G trainieren.”

Der Kombislalom am Freitag hat Pircher vor dem Fernseher verfolgt. “Ich glaube, der Slalom hier ist attraktiver, als es in der Kombination ausgeschaut hat. Man kann einen Slalom attraktiv oder unattraktiv machen, das hängt auch von der Kurssetzung ab. Die kann auch gefinkelt sein. Ich bin vorgewarnt.”

(APA)

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