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Hirnzellen wurden aus Urin erzeugt

Erst kürzlich wurde der japanische Forscher Shinya Yamanaka mit dem Medizin-Nobelpreis ausgezeichnet, weil er die Forschung auf dem Gebiet der Zellprogrammierung vorantrieb.
Erst kürzlich wurde der japanische Forscher Shinya Yamanaka mit dem Medizin-Nobelpreis ausgezeichnet, weil er die Forschung auf dem Gebiet der Zellprogrammierung vorantrieb. ©EPA
Chinesischen Forschern gelang es, aus Zellen des menschlichen Urins Hirnzellen zu formen. Dadurch könnten Krankheiten wie Parkinson oder Alzheimer in Zukunft besser behandelt werden.

Stammzellen können sich in alle möglichen anderen Zellen verwandeln, das ist schon einige Jahre bekannt. Doch die Gewinnung solcher Stammzellen galt lange Zeit als sehr bedenklich. So mussten menschliche Embryonen vernichtet werden, um sogenannte embryonale Stammzellen herzustellen.

Keine Gewissensbisse mehr

Erst kürzlich wurde der japanische Forscher Shinya Yamanaka mit dem Medizin-Nobelpreis ausgezeichnet, weil er mit einer neuen Methode diesem ethischen Dilemma aus dem Weg geht: Induzierte pluripotente Stammzellen (iPS) können zum Beispiel durch Haut- und Blutzellen erzeugt werden – und inzwischen auch aus Zellen des menschlichen Urins.

iPS-Zellen in Rattenhirne transplantiert

Chinesischen Wissenschaftlern gelang es, dem so einfach zu produzierenden Stoff eine neue Bedeutung zu verleihen: In nur zwölf Tagen schafften es die Forscher, Zellen aus Urin zu gewinnen, die induzierten pluripotenten Stammzellen ähneln und ohne Retroviren auskommen. Danach übertrugen sie die Zellen auf ein Wachstumsmedium und konnten beobachten, dass sich daraus funktionierende Neuronen entwickelten.

Auch bei Ratten schlug die Methode an: Das Team transplantierte die iPS-Zellen in die Gehirne neugeborener Tiere. Nach vier Wochen hatten die Zellen die Form und die molekulare Eigenschaften von Neuronen übernommen, ohne Tumoren zu bilden. Trotzdem müssen die Wissenschaftler noch weitere Studien durchführen, um zu prüfen, ob die reprogrammierten Zellen die gleichen Aufgaben übernehmen, wie es die „normalen“ Neuronen tun.

Mehr über das Thema erfahren Sie im  Fachmagazin „Nature Methods“ – dort berichten die Forscher von ihren Ergebnissen.

(VOL.AT)

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