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Hinrichtung und Beisetzung Saddams

Tausende Iraker haben am Montag des vor zwei Tagen hingerichteten Ex-Staatschefs Saddam Hussein gedacht. Seine Anhänger pilgern zu seinem Grab im Heimatdorf.

Bei mehreren Autobombenanschlägen und Angriffen sind nach der Exekution des durch die US-Militärinvasion von 2003 gestürzten Machthabers annähernd hundert Menschen ums Leben gekommen. Für eine weitere Zunahme der Gewalt zwischen den Bevölkerungsgruppen könnte ein im Internet kursierendes inoffizielles Video der Hinrichtung sorgen; darauf ist zu hören, wie Mitglieder des schiitischen Henkerkommandos den Todeskandidaten am Galgen beschimpfen. Kurz vor Jahresbeginn ist die Zahl der im Irak getöteten US-Soldaten offiziell auf 3000 gestiegen.

In der Region Tikrit, der Heimat des Toten, stellten Anhänger des ehemaligen Staatschefs und seiner verbotenen Baath-Partei Trauerzelte auf. Die Straßen in der sunnitischen Stadt waren für den Verkehr gesperrt. Saddam Hussein war am Sonntag, einen Tag nach seiner Hinrichtung, in seinem Geburtsort Auja in der Nähe von Tikrit beigesetzt worden. Im zwanzig Kilometer südlich von Tikrit gelegenen Al-Dur versammelten sich hunderte Baath-Anhänger zu einer Demonstration. Einige schwenken riesige Porträts von dem Toten und priesen ihn als „Helden“ und „Märtyrer“. „Saddam ist nicht tot, sondern lebt in unseren Herzen weiter!“, sagte ein Demonstrant. Bereits am Sonntag waren Hunderte zu Saddams Grab gepilgert. Sie knieten und beteten in der mit Marmor verkleideten Moschee, in der der frühere Machthaber an der Seite von Familienmitgliedern beigesetzt ist. „Die Perser haben ihn umgebracht. Ich kann es nicht fassen. So Gott will, wir werden Vergeltung üben“, sagte ein Mann aus der nordirakischen Stadt Mossul. Mit „Perser“ spielte er auf die schiitische Mehrheitsbevölkerung an, die jetzt im Irak den Ministerpräsidenten stellt. Der Zorn richtete sich auch gegen die USA. „Das Einzige, was uns jetzt bleibt, ist uns an den Amerikanern und an der Regierung zu rächen“, sagte ein Trauernder.

Die Regierung in Bagdad hatte zunächst angedeutet, Saddams Leichnam könnte an einem unbekannten Ort begraben werden, damit sein Grab nicht zu einer Pilgerstätte würde. Nach Protesten wurde der Leichnam jedoch in der Nacht von einem US-Hubschrauber nach Tikrit geflogen und umgehend in Auja beigesetzt. Hinweise auf einen unmittelbar bevorstehenden Aufstand der Sunniten gab es nach Polizeiangaben nicht, doch wurden die Sicherheitsvorkehrungen deutlich verschärft. Die Zufahrten nach Tikrit wurden gesperrt, und den Bewohnern wurde für vier Tage die Ausreise verboten.

Kurz vor Jahresbeginn ist die Zahl der im Irak getöteten US-Soldaten auf 3000 gestiegen. Präsident George W. Bush gedenke des Toten auf seiner Ranch in Texas, sagte ein Sprecher des Weißen Hauses am Sonntag (Ortszeit). Kriegsgegner hatten gedroht, das Erreichen der Zahl zum Anlass für große Protestaktionen zu nehmen. Eine Internetseite, auf der die toten US-Soldaten aufgelistet werden, gab den 22-jährigen Dustin R. Donica als 3000. Opfer des Krieges an. Donica war am 28. Dezember ums Leben gekommen. Ein Zusammenschluss von 1300 Friedensorganisationen kündigte unterdessen eine Demonstration in Washington am 27. Jänner an. Derzeit sind etwa 134.000 US-Soldaten im Irak stationiert.

Während Bush eine Aufstockung der amerikanischen Truppen im Irak in Erwägung zieht, explodieren die Kosten für den Einsatz. Im laufenden Haushaltsjahr könnten die Ausgaben nach neuesten Washingtoner Regierungsangaben auf mehr als 110 Milliarden Dollar (83,6 Milliarden Euro) steigen. Das wären mehr als zwei Milliarden Dollar pro Woche. Es gilt als wahrscheinlich, dass das Pentagon Zusatzmittel in Höhe von mehr als 40 Milliarden Dollar beantragen wird. Die genauen Kosten des Irak-Einsatzes werden nach Angaben der Budgetabteilung des Weißen Hauses in den kommenden Wochen kalkuliert.

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