Hilfe bei Familienkrisen

Ein Anruf in der Nacht. Für die Bereitschaft des Familienkrisendienstes heißt das, dass ein Kind in Not ist, sich nicht mehr nach Hause traut, dass es zu Gewalt in einer Familie kam.

Wenn andere Hilfseinrichtungen geschlossen haben, steht die Tür des Familienkrisendienstes offen. Gendarmerie, Telefonseelsorge und das Kriseninterventionsteam (KIT) nehmen den Dienst des Kinderdorfs, der IfS-Familienarbeit und der Jugendwohlfahrt vermehrt in Anspruch.

Seit zwei Jahren gibt es die Einrichtung und der Bedarf steigt. Waren es im ersten Jahr 36 Fälle, in denen nächtliche Hilfe notwendig war, stieg die Zahl 2003 auf 51. Die Koordinator des Familienkrisendienstes, Hemma Tschofen, fände es zwar ,,vermessen, wenn man sagen würde, der Bedarf steigt“. Dazu sei der Vergleichszeitraum zu kurz.

,,Man kennt uns sicher jetzt auch mehr als im ersten Jahr“, sagt sie. Alllerdings: Vor der Eröffnung der Stelle wurden die Zahlen ähnlicher Institutionen in anderen Ländern studiert. Im Vergleich dazu könne man sagen, dass in Vorarlberg ein höherer Bedarf gegeben sei.

Einsatzgebiete

Wie sieht nun so ein Einsatz aus? ,,Also ein Beispiel ist, dass eine Mutter bei der Telefonseelsorge angerufen hat, dass der Vater nach dem Besuchskontakt die Kinder nicht zurückgebracht hat. Die Telefonseelsorge informiert uns und wir nehmen dann Kontakt auf und versuchen zu vermitteln“, erklärt Hemma Tschofen. Oder ein Jugendlicher traut sich nicht mehr nach Hause.

Dann wird, wenn der Jugendliche das auch wünscht, mit den Eltern gesprochen, geschaut, was sich gleich lösen lässt. ,,Meistens können wir ausgleichen, manchmal müssen wir eine vorübergehende Unterbringung organisieren“, so Hemma Tschofen.

Gewalt in der Familie

Von Seiten der Gendarmerie wird der Familienkrisendienst bei Gewaltsituationen in der Familie in Anspruch genommen. ,,Da werden wir beigezogen, um zu sehen, wie es den Kindern geht, wie es bei einer Wegweisung dem zurückbleibenden Elternteil geht“, erklärt die Koordinatorin des Dienstes.

Interessant ist für sie ein Punkt: ,,Die Leute nehmen uns immer an, obwohl wir darauf hinweisen, dass wir einen Einsatzbericht an die Jugendwohlfahrt richten müssen.“ Der Wunsch nach Hilfe sei offenbar größer als die ,,Angst“ mit der Behörde in Kontakt zu kommen.

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