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Hickersbergers emotionaler Abschied

Ausnahmsweise war der sportliche Aspekt an der Heimstätte des österreichischen Meisters SK Rapid nur eine Randnotiz. Künftiger Teamchef von Fans als „einer von uns“ bezeichnet: „Als ob ich geadelt worden wäre“.

Die großen Emotionen waren am Samstag schon vor dem 3:1-Sieg der Hütteldorfer gegen Pasching angesagt, als Trainer Josef Hickersberger mit Tränen in den Augen Abschied von „Sankt Hanappi“ nahm.

Der künftige Teamchef bekam vor seinem letzten Spiel als Coach der Grün-Weißen in der Arena von Wien-Hütteldorf von den Fans der Westtribüne Geschenke überreicht und wurde auf Transparenten unter anderem als „einer von uns“ bezeichnet, was Hickersberger besonders rührte. „Das war, als ob ich von ihnen geadelt worden wäre“, sagte der Meistermacher.

Neben der Atmosphäre im Hanappi-Stadion und den meisten Spielern werde ihm die Zuneigung des Rapid-Anhangs am meisten fehlen, so Hickersberger. „Ich hätte mir nie erträumt, dass ich einmal von den Fans so geliebt werde. Bei meinen bisherigen Vereinen war immer das Gegenteil der Fall. Dass ich bei ihnen einen Umschwung geschafft habe, war eine große Überraschung, denn auf Grund meiner sportlichen Vergangenheit war ich nicht der Lieblingstrainer“, sagte der ehemalige Austria-Spieler und -Trainer.

Die Erleichterung war groß, sich nach dreieinhalb Jahren mit einem Sieg aus dem Hanappi-Stadion zu verabschieden. „Ich hätte mir keine schlimmere Niederlage als heute vorstellen können.“ So aber blieben wichtige drei Punkte in Hütteldorf und die Rapidler auf Tuchfühlung mit den Salzburgern, die am kommenden Samstag Gastgeber bei Hickersbergers definitiv letzten Rapid-Partie sind. Dazwischen kommt am Mittwoch in der Champions League noch die „alte Dame“ Juventus auf Besuch, vor der Partie im Happel-Stadion wird „Hicke“ von Vereinsseite offiziell verabschiedet.

Vor seinen letzten beiden Spielen als Rapid-Trainer richtete Hickersberger noch einmal warnende Worte an seine Kicker. „Wir haben nicht mehr die Harmonie in der Mannschaft wie in jener Phase, als es um den Meistertitel ging.“ Als Grund für den nicht mehr optimalen Teamgeist hat der Trainer die Triumphe der vergangenen Monate ausgemacht. „Wenn die Erfolge die Erwartungen übersteigen, besteht die Gefahr, dass der eine oder andere nicht mehr so für die Mannschaft arbeitet.“

Einen „Trümmerhaufen“ hinterlasse er seinem Nachfolger Georg Zellhofer aber nicht, betonte Hickersberger und konnte dem Ende seiner Rapid-Zeit auch Positives abgewinnen. „Im Nachhinein gesehen war die Zeit vielleicht reif für einen Wechsel, dreieinhalb Jahre sind eine lange Zeit. Möglicherweise kann ein Trainerwechsel für neue Impulse sorgen, wenn die Erwartungen der Fans realistisch bleiben.“

Der bevorstehende Abgang von Kapitän Steffen Hofmann ist laut Hickersberger „für Rapid hundertprozentig schlimmer als meiner. Er ist ein Spieler, dem Rapid und auch ich als Trainer einiges zu verdanken habe.“ Der Deutsche hatte zuletzt angekündigt, seinen im Sommer auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern, und könnte den Hütteldorfern womöglich schon im Winter den Rücken kehren. „Aber derzeit schaut es so aus, als ob ich im Frühjahr noch da bin“, sagte der Mittelfeldspieler.

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